Posts by Lars77

    wird zwar nicht benannt aber erscheint mir trotzdem typisch (von low-functioning zu high-functioning und zurück): Daniel Keyes /Flowers for Algernon/.

    interessante Gedanken über autitische Zeitwahrnehmung, wenn auch auf dem Stand der Forschung der 60er: Phillip K. Dick /Martian Time Slip/

    der Autist in der Revolte (wird auch nicht benannt aber irgendwie auch typisch): Camus /der Fremde/, Sartre /der Ekel/, Dostojewski /Aufzeichnungen aus dem Kellerloch/

    Welche Bildwiederholfrequenz hat der Bildschirm? Und was hast Du für einen Hintergrund? Ich kenne Augenprobleme dann, wenn der Bildschirm flackert. Und das fällt natürlich bei großen hell-einfarbigen Flächen mehr auf. Insofern, Frequenz hoch, möglicherweise Auflösung runter, Weißraum reduzieren.

    hmmm.. Wie soll ich "Wie stark wirkt sich Ihr ADHS und oder Autismus auf Ihr [] Studium aus?" beantworten. Das Studium war schließlich theoretische Physik... und natürlich "Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich kaum etwas ändern" ... Diesen Teil des Entscheidungsbaumes kenn ich doch schon. Im vollen Wissen das wieder durchzuspielen wäre Murmeltiertag. Und "Aufzeichnungen von Lehrveranstaltungen" ... die Mitschrtiften der Kommilitionen waren sehr hilfreich. Die Idee, es gäbe einen Videomitschnitt wäre mir ein Gräuel.

    Guten Abend, auf der Suche nach einem Autismus Forum, habe ich in einem Österreichischen Forum gelesen, das , so habe ich es verstanden, bei einer Diagnose Automatisch eine Betreuung zur Seite steht.

    Falls ich Autismus diagnostiziert bin, ( demnächst steht ja ein Termin zum Autismus Diagnostik Erstgespräch an ), bekomme ich durch dritte, eine Betreuung angeordnet? Kann ich selbst wählen ob ich eine Betreuung möchte oder keine Betreuung möchte?

    Ich gehe davon aus, dass selbst in Österreich niemand gegen seinen Willen eine Betreuung zugewiesen kriegt, solange er keine Gefahr für sich und/oder andere darstellt. Wäre schließlich arg übergriffig, und wahrscheinlich nicht mit EU-Recht vereinbar. Abgesehen davon ist Diagnose natürlich die Domäne des Arztes und Betreuung ist Verwaltung, und da Autismus definitiv keine meldepflichtige Krankheit ist, sollte es, auch in Österreich, keinen automatischen Datenfluss von ersterem zu zweiterem geben (ärztliche Schweigepflicht etc.). Tatsächlich musst Du, wenn Du z.B. einen Schwerbehindertenausweis beantragst, Deine Ätzte explizit zu diesem Zweck von der Schweigepflicht entbinden.

    Ja, ich denke drüber nach, was ich tun könnte. Ich denke auch drüber nach, Umstände zu akzeptieren wie sie sind.

    Aber es bringt nichts, wenn mich etwas überhaupt nicht begeistert.

    wenn Dich überhaupt nichts begeistert, klingt das nicht mehr nach allgemeiner Bocklosigkeit, sondern fast schon nach Anhedonie. Da gibt es natürlich Pillen gegen. Oder Sport. Oder Kunst. Jupp. Sport und Kunst sind solche "einfach mal machen!" Dinge, aber das Machen tut gut. Mir jedenfalls.

    Ich hatte im alten Aspie-Forum zumindest auch schon schlimme Probleme von anderen User*Innen gelesen, dagegen ist mein Leben fast wie Disneyland. Das ist auch schwierig für mich, die Erkenntnis, daß es auf der Welt noch viel brutaler zugeht, als in meinem Umfeld.

    Wenn ich draußen auf der Straße einem Blinden Menschen begegne, ist das ähnlich schwierig, weil ich mich dann nicht mehr beklagen darf, als Beispiel.

    ?parse error? Disneyland ist die Hölle. Alles ist Fassade, alles ist Kommerz, alle tragen Masken oder stehen in der Schlange... Und wer genau verbietet Dir, Dich in Anwesenheit einnes Blinden zu beklagen? Es ist ja schließlich kein Opferwettbewerb, wo nur der klagen kann, der der meist-Verarschte im Raum ist. Und selbst da könnte es möglich sein, dass der Pfeil auch in Anwesenheit eines Blinden auf Dich zeigt.

    Tenuki zu Spezial-Interessen; ich habe mal 2 geschlagene Jahre damit verbracht, mir von einem YouTuber und Busfahrer/Reiseleiter dessen Videos reinzupfeiffen. Das hatte mich ungeheuer interessiert, aber war schlicht und ergreifend drüber. Früher mein dauerndes Anschauen der immer gleichen Fernseh-Serien in Dauerschleife den ganzen Tag und früher viel Zeit vor der Spielekonsole verbracht oder in Internet-Foren.

    Alles keine sinnvolle Beschäftigung.

    Und für Alltagspflichten meinen A... nur "auf den allerletzten Drücker" (RW) von der Couch bewegt.

    Ein nützliches Mitglied der Gesellschaft wäre ich auch gerne. Oder zumindest innerhalb meines Lebens produktiver.

    vielleicht hilft es, ein Streichinstument zu lernen. Ist eine einigermaßen sinnvolle und ganzheitliche Beschäftigung. Okay, ich musste mir auch eine Strichliste machen, damit ich mich einigermaßen ans Üben gehalten habe, aber dann ging es. Und leider ist mein Streichintrument ein Cello, und so liegt es seit Jahrzehnten bei meinen Eltern :(. Insofern "Do as I say, don't do as I do" :P.

    In den USA läuft es so flexibel, dass Boeing reihenweise Fehler produziert, die Menschen töten. Willst Du sowas wirklich hier auch haben?

    Bei Boeing wird es immerhin noch als Fehler wahrgenommen. Bei SpaceX ist die spektakuläre Explosion integraler Teil des Entwicklungsprozesses. Wie damals beim Bund, als 1% tödliche Unfälle Teil der Ausbildung waren. Sorgt dafür, dass die anderen ihre Lektion gelernt haben.

    Aktuell wird evtl bald ein neuer Bundestrainer gesucht... (80 Millionen Bewerber*Innen).

    Wahrscheinlich eher 40 Millionen. Unabhängig von potentieller Befähigung werden für solche herausragenden Jobs schließlich Männer bevorzugt. Und Fehlen selbiger Befähigung ist unter Merz auch nicht schlimm, denn selbst wenn es absolut grottig ist, twittert er voll von Lob und Verständnis "Was für ein Spiel!".... "Leistung" muss sich halt wieder "lohnen".

    Wie du schon sagst, du weißt ja, dass das nicht wirklich ist, also sind es keine psychotischen Hallus. Aber verwirrend sind sie schon, oder?!

    Oh ja.

    Monster Magnet haben es sehr gut beschrieben:

    ♪My brain was still today
    Just taking a little death
    Just like the doctors say
    I never get that kind of rest
    The movie's on again
    They got me nullifying ghosts
    I'm better dead than red
    I guess I'll never get off the boat♫

    Nicht wirklich psychotisch, weil ich ja weiß, dass es "Film" ist, aber verstörend genug, plötzlich mitten in "Apocalypse Now" zu stehen, nur eril irgendwas getriggert hat...

    Im Bereich der sozialen Anpassungsschwierigkeit und auch anhand weiterer Informationen scheine ich auf einen GdB von 30-70 zu kommen. Alleine durch die Autismusdiagnose ist bewegt sich der ermittelte GdB-Rahmen zwischen 30-40 GdB. Hinzu kommt eine seelische/psychische Behinderung.

    30 hatten die Trottel mir beim ersten Versuch auch gegeben. Für 30 kann man sich nix kaufen. Aber ich bin halt auch gut im Maskieren. Also Beschwerde, Anwältin, Klage, neuer Gutachter ... 50 (und die Gegenseite zahlt die Anwaltskosten). Aber irgendwie ist es mal wieder Catch-22: Ich war gezwungen, gemäß meiner bürgerlichen sozialen Rolle zu funktionieren, um zu beweisen, dass ich in eben dieser sozialen Rolle mittlere bis schwere Anpassungsschwierigkeiten habe.

    Man muss doch erstmal checken, dass man die Welt anders wahrnimmt als andere.

    Und noch viel schlimmer, die 2nd order theory of mind haben, zu verstehen, dass andere nicht davon ausgehen, dass Dritte die Welt anders wahrnehmen als sie, also eben nicht nach der Regel "Andere Leute sind anders!" handeln. Ist immer wieder lustig, wie viel die NT-Gesellschaft von mir 2nd order ToM verlangt, z.B. modellieren zu müssen, wie sich der Entwickler den Durchschnittsuser vorstellt, um raten zu können, hinter welchem Icon oder Menu welche Funktion versteckt ist, obwohl ein Baron-Cohen doch mal festgestellt hat, dass ich genau in diesem Department meine Schwächen habe 😛. Am Einfachsten ist es da dann, die ganze Kultur zu modellieren, die den Entwickler hervorgebracht hat ... und NTs denken, ich hätte Schwierigkeiten, die Intentionen anderer Leute zu verstehen. Little did they know.

    zum Glück hat sich die Forschung inzwischen weiter entwickelt: https://www.researchgate.net/profile/Damian…thy-problem.pdf

    Okay, also dann ist einfach gemeint, dass das, was einem fremd ist, mehr Erklärung braucht, weil man es nicht aus eigener Erfahrung kennt und ggf. sogar der eigenen Erfahrung widerspricht. Man kann es Ungerechtigkeit nennen, aber es ist halt menschlich. Wenn mir jemand erklärt, wie sich MS oder Parkinson anfühlt, kann ich das auch nicht immer auf Anhieb nachvollziehen. Man versucht, einen Anknüpfungspunkt bei seinen eigenen Erfahrungen zu finden, der vielleicht dem nahe kommt, was der andere beschreibt. Aber es bleibt meistens unvollkommen.

    Das Problem ist halt der Teil mit dem "Widerspricht". Der gemeine NT denkt halt "Du magst andere Dinge fühlen als ich, aber Du fühlst sie auf die gleiche Weise" und die ganze Sprache der Umgebungskultur ist auf diese "gleiche Weise" des Fühlens ausgerichtet. Und im Ergebnis glaubt mir mein Gegenüber meine Erfahrung nicht, selbst wenn ich sie ihm erkläre, weil diese Erfahrung eben dem widerspricht, was "jeder weiß". Abgesehen natürlich davon, dass die Erklärung meist auf popkulturelle Artefakte weist (Mythen sind hochkomprimierte Trainingsdaten), die mein Gegenüber nicht kennt. Argh.

    Wer ist Ian Hacking, und was bedeutet "hermeneutical injustice"?

    Ian Hacking ist ein Kommunikationsphilosoph, den auch der Autor des von Dir verlinkten Artikels zitiert hat. Und "hermeneutical injustice" ist einfach die Tatsache, dass NTs sich üblicherweise untereinander glauben, wenn sie von ihren persönlichen Erfahrungen sprechen (obwohl natürlich nur ich meine Erfahrungen haben kann, und es unmöglich ist, auf diese Erfahrung zu zeigen sind NTs untereinander ähnlich genug, dass sie über die Jahrhunderte eine Sprache zur Kommunikation interner Zustände entwickelt haben), während AS in ihrer internen Repräsentation eben nicht geglaubt wird, da diese interne Repräsenation eben nicht den kulturellen Standardmustern und physiologischen Reflexen der NTs folgt. Und so "fehlt uns eine Sprache" zur Beschreibung unserer Zustende, bzw wir müssen sie immer erst mühsam und bezugnehmend auf trotz allem gemeinsame Erfahrungen mit unserem Gegenüber entwickeln.

    Triviales Beispiel Lars in der Notaufnahme. Lars: Au! Wahrscheinlich Leber. Arzt: Wollen wir mal sehen .... Arzt drückt. Lars zuckt nicht, Arzt schließt, dass es Leber nicht sein kann... War es natürlich doch, aber Lars hat den Druck ja kommen sehen und musste darum nicht drauf reagieren. Und nein, in Situation ist idR keine Zeit, den Arzt erst mal aufwändig weiterzubilden. Verschwendet ja auch irgendwie seine und meine Zeit.

    Ich habe das auch schon beobachtet (in real Life) dass Leute nach ihrer Diagnose plötzlich dauernd Sonnenbrille und Kopfhörer tragen.

    weeil sie es jetzt offiziell "dürfen" und die übliche internalisierte Antwort "Stell Dich nicht so an! Andere tun es ja auch!" ihre Spitze verloren hat. Dank Diagnose kann man jetzt endlich die "aber andere sind auch anders!" Karte ziehen, ohne dass einem das Über-ich reingrätscht. Insofern ist die neuroqueere Identität, die man jetzt 'ungestraft' annehmen kann definitiv ein Identitätsbooster.

    in den Worten von Garry Larsen: "Well, I'll be darned! He really DOES have a license to do that!".

    (Cartoon nicht eingebunden weil Copyrightbedenken)