Wer ist Ian Hacking, und was bedeutet "hermeneutical injustice"?
Ian Hacking ist ein Kommunikationsphilosoph, den auch der Autor des von Dir verlinkten Artikels zitiert hat. Und "hermeneutical injustice" ist einfach die Tatsache, dass NTs sich üblicherweise untereinander glauben, wenn sie von ihren persönlichen Erfahrungen sprechen (obwohl natürlich nur ich meine Erfahrungen haben kann, und es unmöglich ist, auf diese Erfahrung zu zeigen sind NTs untereinander ähnlich genug, dass sie über die Jahrhunderte eine Sprache zur Kommunikation interner Zustände entwickelt haben), während AS in ihrer internen Repräsentation eben nicht geglaubt wird, da diese interne Repräsenation eben nicht den kulturellen Standardmustern und physiologischen Reflexen der NTs folgt. Und so "fehlt uns eine Sprache" zur Beschreibung unserer Zustende, bzw wir müssen sie immer erst mühsam und bezugnehmend auf trotz allem gemeinsame Erfahrungen mit unserem Gegenüber entwickeln.
Triviales Beispiel Lars in der Notaufnahme. Lars: Au! Wahrscheinlich Leber. Arzt: Wollen wir mal sehen .... Arzt drückt. Lars zuckt nicht, Arzt schließt, dass es Leber nicht sein kann... War es natürlich doch, aber Lars hat den Druck ja kommen sehen und musste darum nicht drauf reagieren. Und nein, in Situation ist idR keine Zeit, den Arzt erst mal aufwändig weiterzubilden. Verschwendet ja auch irgendwie seine und meine Zeit.