Bei mir gibt es folgendes Phänomen:
Wenn ich Leute gar nicht kenne, kann ich gut mit ihnen umgehen, bin gesprächig usw.
Wenn ich Leute gut bis sehr gut kenne, sind sie mir vertraut, ich kann so sein wie ich bin, bin auch wieder gesprächig usw.
Nur: Wenn ich Leute nur ein bisschen kenne, bin ich oftmals seltsam gehemmt bzw. ich stottere mir einen ab, gehe ihnen aus dem Weg, weiß nichts zu sagen, fühle mich einfach nicht gut ausgehoben.
Beispiele:
- in meiner alten Firma (kleiner Mittelständler) haben wir einen auf Familie gemacht, d.h. viele, auch aus unterschiedliche Geschäftsbereichen,haben sich untereinander Geschichten von zuhause erzählt usw., nur ich war da immer außen vor. Seitdem ich jetzt in einer größeren Firma arbeite, und wir dieses "Familienleben" nicht mehr haben, geht es mir viel besser. Man grüßt sich aufm Flur, redet mal auch übers Wetter, das war's dann aber auch.
- auf Messen, Kongressen etc. bin ich immer froh wenn ich alleine hinfahren kann und mir niemand über den Weg läuft, den ich kenne. Begegne ich doch mal jemanden aus meiner Firma bzw. von früher rudimentär, gibt es dann von meiner Seite aus immer so ein Unwohlsein.
- wir wohnen in einem Neubaugebiet; wenn ich da meinen Nachbarn begegne, weiß ich nie, was ich mit denen reden möchte. "Baugeschichten aller Art" wäre ein dankbares Thema, doch da fühle ich mich immer so unqualifiziert. Ansonsten fallen wir als kinderloses Paar eh aus dem Rahmen. Trauriges Ergebnis ist allerdings, dass ich, obwohl dort schon 5 Jahre wohnend, noch nicht wirklich jemanden näher kennengelernt habe.
Frage: Kennt dies jemand von Euch auch? Bei den allermeisten Menschen, die ich kenne, ist das nicht so; meine Frau bspw. ist auch sehr introvertiert, allerdings steigt ihr Aufgehobenheits-Gefühl monoton dazu, wie gut sie die Leute kennt (hat also nicht diese "Delle" wie es sie bei mir gibt).
Hab da inzwischen auch eine Theorie, aber ich bin erst mal gespannt, was Ihr sagt...