Ich würde gerne wissen, ob andere dieses Erleben kennen:
Mir fällt auf, dass ich im direkten Kontakt mit Menschen oft emotional sehr neutral wirke und mich auch so fühle. Zum Beispiel war ich gestern mit einer guten Freundin SUP fahren. Wir hatten einen schönen Tag, haben uns gut verstanden und sie sagte am Ende, wie schön sie den Tag mit mir fand. Ich selbst habe in dem Moment eher Neutralität gespürt. Nicht, weil ich sie nicht mag oder keine Zeit mit ihr verbringen möchte – ich habe einfach keine starke Freude oder emotionale Reaktion wahrgenommen.
Das Merkwürdige ist: Bei Filmen oder Musik kann ich sehr tief mitfühlen. Ich kann gerührt sein oder sogar weinen. Deshalb habe ich nicht das Gefühl, grundsätzlich keine Emotionen zu haben.
Ich habe außerdem schon mehrfach die Rückmeldung bekommen, dass ich eher distanziert wirke und man mich irgendwie nie so richtig kennenlernt. Ich wurde von einer Arbeitskollegin auch schon "Pokerface" genannt. Das beschäftigt mich, weil ich Beziehungen wichtig finde und manchmal das Gefühl habe, dass andere emotional mehr geben als ich zurückgeben kann.
Kennt das jemand von euch?
- Erlebt ihr im direkten Kontakt mit Menschen manchmal eher Neutralität, obwohl ihr die Person mögt?
- Merkt ihr Gefühle manchmal erst Stunden oder Tage später?
- Falls ihr Autismus habt: Ist das etwas, das ihr von euch kennt, oder würdet ihr das eher unabhängig davon sehen?
Das interessante ist, jetzt ein Tag später spüre ich doch eine Art Zufriedenheit und dass mir der gemeinsame Tag viel bedeutet hat. Als müsste ich das erst verarbeiten und bin währenddessen total überfordert von allem.
Ich bin gespannt ob es jemand ähnlich geht wie mir!