Kleines Beispiel:
Ich bin gestern zu einer guten Freundin gefahren (circa 1 Stunde Fahrt) um mit ihr gemeinsam Stand-Up-Paddeln zu gehen. Danach gemeinsames Essen bei ihr und noch etwas chillen bevor ich wieder nach Hause fahre.
Das unangenehme Gefühl geht schon damit los, dass ich ziemlich späte nach Hause kommen werde und später als sonst ins Bett gehe. Dann ist es dort so unerträglich warm, was wie eine konstante Stimulation auf meinen Körper anfühlt. Auf dem SUP geht mir das Trinken aus, ich würde gerne was zuckerhaltiges für den Blutzucker trinken aber halte noch etwas aus weil es sich ja sonst gar nicht gelohnt hat.
Meine Badehose ist nass, das fühlt sich unangenhem an. Das Befestigungsband für den Fuß ist ins Wasser gefallen und nass, was ich überhaupt nicht leiden kann. Wir gehen einkaufen und ich kenne den Supermarkt nicht und bin überfordert. Ich habe kurzzeitig kein Gesprächsthema, mein Kopf ist leer und ich bin schon wieder erschöpft vom Tag. Der Gedanke an für mich unbekanntes Essen lässt mich schon verkrampfen ... Können wir getrennte Pfannen für unser Essen nehmen?
Ich kann mich gefühlt nie einfach mal fallen lassen und genießen und über Dinge hinwegsehen. Nur wenn ich zu Hause bin und ich optimal genährt bin, frisch gewaschen bin, die Temperatur optimal ist und ich einen perfekten Schlafrythmus habe.
Und dann muss ich mich anhören, dass mein Autismus ja nicht so stark ist und andere ganz andere Probleme hätten. Ja, das mag sein, aber diese vielen kleinen Struggles über den Tag sieht niemand von außen. Ich schlucke das alles runter und versuche damit klar zu kommen. Ich fühle mich manchmal einfach nicht wirklich gesehen mit meinen Problemen.
Ist diese Thematik hier überhaupt "Autismus-typisch" oder habe ich da ganz andere Probleme? Kennt das jemand von euch?