• Zeitverschwendung

    Viele Aspies kennen die Problematik sicher; daß man sich ablenken läßt, und Zeit vertrödelt. Zahlreiche Tik Tok oder Youtube Videos wahllos anklicken und schauen, sich wahllos vom Fernsehen berieseln lassen, sich in Wikipedia Links "verlieren" (RW) und verzetteln, eher belanglose oberflächliche Chats, Foren und Computer-Spiele, oder auch zu intensiv mit den eigenen Spezial-Interessen befassen.

    Dabei kommt das wesentliche zu kurz; Sozialkontakte, Alltagspflichten, etc.

    Das kann sogar zu Konflikten und Problemen im Alltag führen. Vor allem wenn man eigentlich dringend was zu erledigen hätte, und die Pflichten vernachlässigt.

    Manchen Aspies mangelt es nicht nur an Feingefühl, wann man zu sehr abschweift, und endlich wieder zur Sache kommen sollte, sowie, wann etwas "zu viel des Guten" (RW) wird. Spezial-Interessen können grade bei manchen Aspies einen Suchtfaktor entwickeln.

    Problem; mangelnde Kreativität und mangelnde Sozialkontakte von manchen Aspies sind meist ein "Brandbeschleuniger" (RW) und "Verstärker" (RW) für sinnlose Zeitverschwendung.

    In Einzelfällen können die falschen Kontakte zu falschen Leuten, die einen nicht weiterbringen, Zeitverschwendung sein.

    Grade, wenn man lange arbeitslos ist, hat man mehr Tageszeit zu füllen, und man ist eher dem Risiko ausgesetzt, in einem lethargischen Trott zu verfallen.

    Hinterher bereut man meist, wie viele Stunden, Wochen oder gar Jahre des Lebens man vergeudet hat.

    Mein Leben durchzieht meine Zeitverschwendung wie ein "roter Faden" (RW).

    Was kann man gegen den eigenen "inneren Schweinehund" (RW) tun, wie kann man sich an der "Kandarre reißen" (RW) ?

    Edited 4 times, last by Hannoveraner (July 4, 2026 at 8:35 AM).

  • Was kann man gegen den eigenen "inneren Schweinehund" (RW) tun, wie kann man sich an der "Kandarre reißen" (RW)

    • Terminkalender
    • Prioritätenliste
    • Belohnungssystem (z.B. Genussmittel nur nach Erledigung wichtiger Tätigkeiten)
    • Sozialkontakte überdenken, schädliche Kontakte "einschlafen lassen", neue bessere Kontakte suchen
    • feste Zeiten für bestimmte Arbeiten, Tätigkeiten, Erledigungen, Körperpflege, ...
    • feste Zeiten für Mahlzeiten
    • feste Zeiten für Einkäufe, wenn es ruhig ist
    • soziale Medien gezielt auswählen
  • Danke für die Tipps Lichterfreund

    Heute muss ich z. B. zur Post (nicht zum Vergnügen). Fällt unter Erledigungen.

    Prioritäten, Belohnung, soziale Medien einschränken versuche ich.

    Schädliche Sozialkontakte will ich mir auch fernhalten. (Vernünftige Menschen sind nicht leicht zu finden, oder meine Problematik ist für vernünftige Menschen eher abschreckend). Ich bin natürlich durch meine Vita selbst zum Energie-Vampir mutiert. Bildlich gesprochen; Ein Vampir beißt andere Menschen, und macht andere zum Vampir. Menschen mit Problemen können andere Menschen runterziehen, die Dritten kriegen dann durch destruktive Kontakte selbst Probleme.

    Mahlzeiten esse ich nach Hungergefühl, zum Glück regelmäßig (3 oder 4 mal täglich, auch warme Mahlzeiten). Aber manchmal zu unorthodoxen Uhrzeiten, wenn ich um 12 keinen Hunger habe, stattdessen esse ich dann um 15 Uhr oder so.

    Mit Einkaufen im Supermarkt und Schlangen an der Kasse hab ich jetzt nicht so ein Problem. Muss man durch.

    Mir geht es eher auch um das Fehlen einer sinnvollen produktiven Beschäftigung, aber das Problem hat nicht Jede/Jeder.

  • Mir geht es eher auch um das Fehlen einer sinnvollen produktiven Beschäftigung, aber das Problem hat nicht Jede/Jeder.

    Da müßtest Du erstmal für Dich rausfinden, was Du als sinnvoll empfindest, sinnvoll muß nicht umbedingt produktiv sein. Hobbies bringen Freude.
    Ich brauchte einige Zeit bis ich (obwohl ich es will und brauche) mich damit abgefunden habe, dass ich kein offensichtlich nützliches Mitglied der Gesellschaft mehr bin.

    -> Don't Panic <-

  • Tenuki zu Spezial-Interessen; ich habe mal 2 geschlagene Jahre damit verbracht, mir von einem YouTuber und Busfahrer/Reiseleiter dessen Videos reinzupfeiffen. Das hatte mich ungeheuer interessiert, aber war schlicht und ergreifend drüber. Früher mein dauerndes Anschauen der immer gleichen Fernseh-Serien in Dauerschleife den ganzen Tag und früher viel Zeit vor der Spielekonsole verbracht oder in Internet-Foren.

    Alles keine sinnvolle Beschäftigung.

    Und für Alltagspflichten meinen A... nur "auf den allerletzten Drücker" (RW) von der Couch bewegt.

    Ein nützliches Mitglied der Gesellschaft wäre ich auch gerne. Oder zumindest innerhalb meines Lebens produktiver.

    Edited 4 times, last by Hannoveraner (July 4, 2026 at 10:10 AM).

  • Ein nützliches Mitglied der Gesellschaft wäre ich auch gerne.

    Nützlich für die Gesellschaft kann es schon sein, wenn man sich mal mit einsamen alten Leuten unterhält, die z.B. irgendwo allein vor einem Supermarkt auf einer Bank sitzen und nur darauf warten, dass mal jemand mit ihnen spricht. Hier ist zB. ein alter Mann mit Rollator, der sitzt jeden Tag eine Stunde vor einem Supermarkt und wartet auf Unterhaltung. Er freut sich schon über ein freundliches "Moin" wenn ich mit meinem E-Bike vorbeifahre.

    Nützlich kann auch sein, wenn man im Supermarktregal mal etwas wieder ordentlich hinpackt, was andere Kunden vor einem unordentlich hinterlassen haben.

    Auch nützlich ist es, wenn man im Leben mal nützliche Tipps bekommen hat und diese hier im Forum teilt.

    Wer mehr Zeit und Energie übrig hat, der kann auch ein Ehrenamt annehmen, aber das wäre verständlicherweise für viele nicht passend.

    Schädliche Sozialkontakte will ich mir auch fernhalten. (Vernünftige Menschen sind nicht leicht zu finden, ...

    Es kommt nicht auf die Anzahl der für einen selbst passenden Menschen an, besser einer der gut passt, als zehn die schlecht passen.

    Ich habe neben der Familie auch nur zwei engere Sozialkontakte. Die große Masse brauche und möchte ich nicht, bin in keinem Verein, Club oder ähnlichem.

  • Nützlich für die Gesellschaft kann es schon sein, wenn man sich mal mit einsamen alten Leuten unterhält, die z.B. irgendwo allein vor einem Supermarkt auf einer Bank sitzen und nur darauf warten, dass mal jemand mit ihnen spricht.

    Manche reagieren abweisend auf jede Kontakt-Aufnahme.

    Hier ist zB. ein alter Mann mit Rollator, der sitzt jeden Tag eine Stunde vor einem Supermarkt und wartet auf Unterhaltung. Er freut sich schon über ein freundliches "Moin" wenn ich mit meinem E-Bike vorbeifahre.

    Sorry, hatte eher die Erfahrung gemacht, dass Leute, die mich anquatschen, nur betteln wollen/mich ausnutzen wollen.

    Wenn man zum Beispiel Sozialarbeiter*In ist, das habe ich von Bekannten gelernt, muss man die Bedürftigen auf ihren Platz verweisen, damit die einen nicht total aussaugen. Weil manche Bedürftige wie kleine Kinder die Grenzen austesten.


    Nützlich kann auch sein, wenn man im Supermarktregal mal etwas wieder ordentlich hinpackt, was andere Kunden vor einem unordentlich hinterlassen haben.

    Mach ich schon manchmal, wenn ich die Energie dafür noch habe.

    Auch nützlich ist es, wenn man im Leben mal nützliche Tipps bekommen hat und diese hier im Forum teilt.

    Ich wünschte, ich könnte


    Wer mehr Zeit und Energie übrig hat, der kann auch ein Ehrenamt annehmen, aber das wäre verständlicherweise für viele nicht passend.

    Sorry, ich eher weniger.


    Es kommt nicht auf die Anzahl der für einen selbst passenden Menschen an, besser einer der gut passt, als zehn die schlecht passen.


    Stimmt.

    Ich habe neben der Familie auch nur zwei engere Sozialkontakte. Die große Masse brauche und möchte ich nicht, bin in keinem Verein, Club oder ähnlichem.

    Ich halte sogar meine Familie bewußt auf Abstand. Aus berechtigtem Grund.

    Edited 2 times, last by Hannoveraner (July 4, 2026 at 10:33 PM).

    • Terminkalender
    • Prioritätenliste
    • Belohnungssystem (z.B. Genussmittel nur nach Erledigung wichtiger Tätigkeiten)
    • Sozialkontakte überdenken, schädliche Kontakte "einschlafen lassen", neue bessere Kontakte suchen
    • feste Zeiten für bestimmte Arbeiten, Tätigkeiten, Erledigungen, Körperpflege, ...
    • feste Zeiten für Mahlzeiten
    • feste Zeiten für Einkäufe, wenn es ruhig ist
    • soziale Medien gezielt auswählen

    Ich würde „Ziele setzen“ ergänzen wollen.

  • daß man sich ablenken läßt, und Zeit vertrödelt

    Ich mache das auch, am meisten mit Computerspielen und Serien schauen. Aber ich empfinde es nicht als sinnlos, weil es mir Spaß macht. Ein Ziel im Leben ist es, sich möglichst wohl zu fühlen, also wenn mir etwas Spaß macht, warum soll ich es dann nicht machen?

    Für die Pflichten im Leben brauche ich Impulse von außen, jedenfalls wirken die am besten. Du könntest z.B. Vereinbarungen oder Verabredungen treffen, um Dinge zu erledigen.

    Wenn dein Gefühl von Sinnlosigkeit eventuell von einer depressiven Verstimmung herrührt, dann wäre der Weg eher zu schauen, warum du dich so fühlst. Das Gefühl von Sinnlosigkeit könnte dann Folge der Verstimmung sein statt andersrum. Hast du nicht auch betreutes Wohnen? Dann könntest du das Thema ja ansprechen und auch fragen

    ob sie eine Idee haben, was eine sinnvolle Tätigkeit für dich sein könnte

    und wie sie dir Impulse oder Struktur für Erledigungen geben können.

    Man muss auch bedenken, dass alle Tätigkeiten mehr Energie brauchen, wenn man nicht neurotypisch ist. Das heißt, es ist normal, nicht alles zu schaffen. Man muss einen Weg finden, die wichtigsten Dinge zu schaffen und sich für die übrigen Hilfe holen. Dazwischen das zu tun, was Spaß macht, ist genauso wichtig. Nur wenn du eine dieser Beschäftigungen wirklich als komplett sinnlos und freudlos empfindest, dann wäre der Weg, sich diese Beschäftigung abzugewöhnen oder zeitlich sehr strikt zu begrenzen. So sehe ich das zumindest.

    Leiste keinen vorauseilenden Gehorsam.
    (Timothy Snyders „Über Tyrannei – Zwanzig Lektionen für den Widerstand“)

  • Shenya wenn man mal Serien, auch zum wiederholten Male nach längerer Zeit sieht, macht es noch Spaß. Aber zum 10. Male King of Queens oder Two and a Half Men sehen, daß man nicht mal mehr über die Witze lachen kann, dann merkt man, daß man nichts besseres zu tun hat. Ich ließ den Fernseher laufen, um die Zeit "totzuschlagen" (RW). Es langweilte mich sogar zum Schluß. Die Serie Beavis & Butthead, Helge Schneider Filme (Texas) und den Film "Voll Normaal" von Tom Gerhardt hatte ich eine Zeit lang 5 mal täglich geschaut, war der Film zu Ende, von vorne nochmal geschaut, und immer und immer wieder, und das jahrelang, daß ich den Film praktisch auswendig kannte. Die Spiele Tomb Raider/Lara Croft, Star Wars, täglich immer wieder die selben Level gespielt. Dann Star Wars gespielt, unterlegt mit dem Ton von Tom Gerhardt's Film "Voll Normaal". X mal wiederholt.

    Was anfangs witzig war, wurde hinterher nur noch traurig und erbärmlich.

    Vielleicht hatte man mir als Kind öfter ein schlechtes Gewissen eingeredet.

    Bei der Post war ich (Pflicht).

    Tätigkeiten brauchen Energie, aber andere Aspies arbeiten.

    Bei mir gibt oder gab es offenbar eine Aversion gegen Alltagspflichten. Schon die Schule und Hausaufgaben und Mobbing waren ätzend. Dann wurde ich zuerst aus Protest arbeitslos und wollte morgens ausschlafen. Jetzt bin ich so "eingerostet", daß ich immer weniger schaffe. Putzen und Duschen fand ich ätzend und langweilig. Da ich mit pingeligen Sauberkeits-Fanatiker*Innen zu tun hatte, die auch immer nur gemeckert haben, oder aufgetakelte Mädels in der Berufsschule, oder Nachbar*Innen, die sich beschwerten, daß ich gestunken hatte (als Vorwand, da die alle eh was gegen mich hatten) hatte ich sogar aus Protest meine Wohnung nicht sauber gehalten und gestunken. Erklärungen dafür habe ich schon. Nur daß mein Verhalten mit der Zeit so "eingefahren" (RW) war, daß ich keine Disziplin mehr für normales Verhalten (regelmäßig putzen und duschen) aufbringen konnte. Es ist alles simpel und erklärbar.

    Depressionen hatte ich, weil ich nie das Leben hatte, das ich wollte, und, weil ich immer mit Leuten zu tun hatte, die mich ablehnten und die ich ablehnte.

    Das, worum es in diesem Forum eigentlich geht, Selbsthilfe, den Part erfülle ich gar nicht oder kaum. Im Prinzip bin ich hier die ganze Zeit off topic (real und im übertragenen Sinne). Ich bin vielleicht eher ein warnendes, abschreckendes Beispiel.

    Edited 5 times, last by Hannoveraner (July 4, 2026 at 11:00 PM).

  • Depressionen hatte ich, weil ich nie das Leben hatte, das ich wollte

    Eigentlich ja doch, du hast gemacht, was du wolltest. Das war in dem Moment dein Bedürfnis. Nur war es ziellos und hat dir auf längere Sicht nicht das gebracht, was du dir vorgestellt hast. Möglicherweise war es Rebellion, oder aber Probleme mit den exekutiven Funktionen oder PDA. Wenn es Rebellion war, dann kommt man früher oder später an den Punkt, wo man sich überlegen muss, was man wirklich will, unabhängig von anderen. Man wird erwachsen (das kann unter Umständen auch erst mit 50 passieren) und übernimmt Verantwortung für sein Leben. Es kommt die Zeit, wo man nicht mehr für andere irgendwas tut oder nicht tut, sondern für sich selbst. Wenn man es dann nicht schafft, etwas zu ändern, dann darf man sich die nötige Hilfe dafür holen. Das ist keine Schande.

    Wenn du gerade an dem Punkt bist, machst du bereits Fortschritte. Bilanz ziehen gehört dazu, aber am besten sieht man die Vergangenheit als Ergebnis dessen, was man an Fähigkeiten mitbekommen hat und was die Umwelt beigetragen hat und geht mit sich selbst freundlich und milde um. Die (negativen) Urteile, die andere mal gefällt haben in der Vergangenheit sind irrelevant. Wenn ich es richtig lese, hast du im Vergleich zu früher schon einiges verbessert, da kann man ja auch mal mit Zufriedenheit drauf schauen.

    Vielleicht schreibst du mal z.B. fünf Sachen auf, die du gerne noch anders hättest. Können auch Kleinigkeiten sein (z.B. Ordnung oder etwas anderes). Wenn es realistisch ist, etwas davon umzusetzen, dann schau mal, ob du das hinkriegst. Muss ja nicht alles auf einmal sein.

    Dass du übermäßig oft OT wärst (mehr als andere) finde ich nicht.

    Was war eigentlich konkret der Auslöser für die aktuelle schlechte Phase? Manchmal kann es ja sein, dass eine Kleinigkeit der Auslöser war, die eine Kaskade an negativen Gedanken verursacht hat, die im Grunde nur eine Wiederholung aus der Vergangenheit sind und gar nichts mit der aktuellen Situation zu tun haben.

    Leiste keinen vorauseilenden Gehorsam.
    (Timothy Snyders „Über Tyrannei – Zwanzig Lektionen für den Widerstand“)

  • Eigentlich ja doch, du hast gemacht, was du wolltest. Das war in dem Moment dein Bedürfnis.

    Was ich kurzfristig wollte, auf sehr niedrigem Niveau.

    Ich wollte eigentlich als Kind, daß ich irgendwas arbeite (wobei ich nie eine konkrete Vorstellung hatte, was ich arbeiten wollte). Dass ich antriebslos bin, wie meine Mutter im geringeren Umfang auch, war mir nicht bewußt. Ich wollte als Kind einen Freundeskreis aus vernünftigen Leuten, habe aber nie gewusst, daß meine Ausgangsvoraussetzungen (vorbelastete Mutter, mein Autismus) denkbar ungünstig waren. Tatsächlich brauche ich als Aspie meine Rückzugsphasen und Rückzugsraum, was aber theoretisch NT verprellen kann. Schwierigkeiten Sozialkontakte aufzubauen, mangels Kreativität und mangels Einfühlungsvermögen.

    Entweder, Psychiater*Innen und Psychologen/Innen hatten damals nicht offen kommuniziert, welche Probleme mich in der Realität als Erwachsener konfrontieren würden, oder, ich hatte es damals nicht begriffen. Stattdessen wurden mir Luftschlösser und unrealistische Illusionen in den Kopf gesetzt, "Du studierst", etc. Stattdessen war ich selbst Stück für Stück immer weiter abgerutscht.

    Nur war es ziellos und hat dir auf längere Sicht nicht das gebracht, was du dir vorgestellt hast.

    Flucht in unrealistische Phantasiewelten. Ersatz-Leben, Ersatz-Familie, Ersatz-Bekannte,

    Auch wenn Serien wie King of Queens in New York spielen und den Alltag eines Kurier-/ oder Lieferwagen-Fahrers zeigen, ist es dennoch eine erfundene Story.

    Two and a Half Men ist sehr a la Hollywood, Reiche Leute, Cocktail-Party's, Affären in Kalifornien in einer Villa am Strand. Hat mit dem Leben eines Sozialhilfeempfängers in Hannover so gar nichts zu tun.

    Das andere Extrem, Tom Gerhardt/Voll Normaal oder Beavis und Butthead zeigen auf humorvolle Weise soziale Abgründe. Hatte ich in jungen Jahren aber für voll genommen, und für real gehalten.

    Helge Schneider ist einfach nur schräg.

    Mein Leben und meine Eigenverantwortung fand bisher nur in der Theorie statt.

    Gegrübelt oder Ratschläge eingeholt habe ich schon oft und lange.

    Hilfe werde ich brauchen, aber von neutralen Fachleuten.

    Wenn du gerade an dem Punkt bist, machst du bereits Fortschritte. Bilanz ziehen gehört dazu,

    Über alles nachdenken kann ich, mein ganzes Leben besteht aus Grübeln. Nur dauerhaft aktiv etwas in die Tat umsetzen, habe ich noch nie geschafft. Darum habe ich auch keine Arbeit, denn man arbeitet nicht nur 14 Tage im Leben, sondern 40 Jahre.

    aber am besten sieht man die Vergangenheit als Ergebnis dessen, was man an Fähigkeiten mitbekommen hat und was die Umwelt beigetragen hat

    Ja, genau! Und beides war in meinem Falle äußerst dürftig und überschaubar, oder negativ.

    und geht mit sich selbst freundlich und milde um.

    Versuche ich

    Die (negativen) Urteile, die andere mal gefällt haben in der Vergangenheit sind irrelevant.

    Genau, deren Urteile über mich sind scheiß-egal. Die Leute sind ja auch mit Schuld an meiner Misere.

    Wenn ich es richtig lese, hast du im Vergleich zu früher schon einiges verbessert, da kann man ja auch mal mit Zufriedenheit drauf schauen.

    Ich erkenne jetzt Fehler bei mir, und lege den Finger in die Wunde bei meinem Umfeld.

    Vielleicht schreibst du mal z.B. fünf Sachen auf, die du gerne noch anders hättest. Können auch Kleinigkeiten sein (z.B. Ordnung oder etwas anderes). Wenn es realistisch ist, etwas davon umzusetzen, dann schau mal, ob du das hinkriegst. Muss ja nicht alles auf einmal sein.

    Ein bißchen was habe ich hingekriegt.

    Nur immer wieder mal Phasen der Antriebslosigkeit, schon eine Erinnerung an mein destruktives Umfeld, zu dem ich weitestgehend den Kontakt eingestellt habe, zieht mich wieder runter. Das ist ein Umfeld voller Energie-Vampire, die mich nur ausgelutscht haben. Vielleicht rührt daher meine Depression und Antriebslosigkeit, weil ich mein Umfeld (instinktiv zu Recht) immer abgelehnt habe, aber immer mit denen konfrontiert war. Man wollte mich nicht fördern, sondern man wollte mich nur ausnutzen.


    Dass du übermäßig oft OT wärst (mehr als andere) finde ich nicht.

    In einem Selbsthilfe-Forum hab ich noch nicht einen Beitrag zur Selbsthilfe geliefert. Ich hatte mich nur beklagt, da es tatsächlich nicht viel positives in meinem Leben gibt. Das meinte ich mit off topic.


    Was war eigentlich konkret der Auslöser für die aktuelle schlechte Phase? Manchmal kann es ja sein, dass eine Kleinigkeit der Auslöser war, die eine Kaskade an negativen Gedanken verursacht hat, die im Grunde nur eine Wiederholung aus der Vergangenheit sind und gar nichts mit der aktuellen Situation zu tun haben.

    Der Auslöser war meine Asperger-Diagnose vor 3 Jahren, da meine Probleme offiziell waren, und mein Einstieg in das alte Aspie-Forum vor 2 Jahren, wo ich mich gründlich mit meinem Leben auseinander gesetzt habe, schonungslos und ehrlich.

    Eigentlich war der Auslöser meiner schlechten Phase meine Geburt. Von Anfang an zu viele Probleme, Baustellen und zu viel schief gelaufen. Ungünstige familiäre Verhältnisse etc.

    Edited 5 times, last by Hannoveraner (July 5, 2026 at 4:19 AM).

  • Ich würde „Ziele setzen“ ergänzen wollen.

    Ja, das halte ich auch für sehr wichtig.

    Sorry, hatte eher die Erfahrung gemacht, dass Leute, die mich anquatschen, nur betteln wollen/mich ausnutzen wollen.

    Wenn man zum Beispiel Sozialarbeiter*In ist, das habe ich von Bekannten gelernt, muss man die Bedürftigen auf ihren Platz verweisen, damit die einen nicht total aussaugen. Weil manche Bedürftige wie kleine Kinder die Grenzen austesten.

    Ich meinte eher einsame Menschen und keine Bettler. Bei Bettlern sehe ich auch das Problem, dass sie einen nur ausnutzen und aussaugen wollen.

    Edited once, last by Lichterfreund (July 5, 2026 at 4:56 AM).

  • Ich meinte eher einsame Menschen und keine Bettler. Bei Bettlern sehe ich auch das Problem, dass sie einen nur ausnutzen und aussaugen wollen.

    Oder Klassenkameraden, falsche Freunde oder Nachbarn, die einen mit deren Problemen runterziehen, oder sich was ausborgen, was man nie wieder zurück bekommt. Schmarotzer.

  • Der Auslöser war meine Asperger-Diagnose vor 3 Jahren

    Ich habe den Eindruck, dass du aktuell (seit vielleicht einer oder zwei Wochen) schlechter drauf bist als normal. Deshalb habe ich mich gefragt, was der Auslöser ist. Die Diagnose vor drei Jahren kanns ja dann eigentlich nicht sein, obwohl es schon richtig ist, dass die Diagnose bei vielen etwas auslöst. Auch manchmal einen Prozess, der ein paar Jahre dauert.

    Hilfe werde ich brauchen, aber von neutralen Fachleuten.

    Ist da schon was in Aussicht, hast du einen Plan?

    In einem Selbsthilfe-Forum hab ich noch nicht einen Beitrag zur Selbsthilfe geliefert. Ich hatte mich nur beklagt, da es tatsächlich nicht viel positives in meinem Leben gibt. Das meinte ich mit off topic.

    Naja, wenn keiner klagen würde, bräuchte niemand helfen, und das Forum wäre gegenstandslos. Vielleicht kommt die Zeit noch, wo du anderen helfen kannst, wenn du für dich selbst einen Weg gefunden hast. Außerdem kann auch schon die Anwesenheit alleine und z.B. das Eröffnen von Themen und das Schreiben von Beiträgen wichtig für andere sein. Wenn du nicht das Thema zur WM eröffnet hättest, gäbe es das vielleicht gar nicht, und auch der Austausch über sowas ist eine Art von Selbsthilfe, und auf jeden Fall trägt es dazu bei, dass das Forum läuft.

    Leiste keinen vorauseilenden Gehorsam.
    (Timothy Snyders „Über Tyrannei – Zwanzig Lektionen für den Widerstand“)

  • Ich habe den Eindruck, dass du aktuell (seit vielleicht einer oder zwei Wochen) schlechter drauf bist als normal.

    Ich dachte, ich wäre von meiner Grundstimmung immer negativ oder pessimistisch. Der Aspie Treff war neu, und ich hatte hier nochmal meine Problematik beschrieben. Leider nicht viel "schönzufärben" *RW)


    Deshalb habe ich mich gefragt, was der Auslöser ist. Die Diagnose vor drei Jahren kanns ja dann eigentlich nicht sein, obwohl es schon richtig ist, dass die Diagnose bei vielen etwas auslöst. Auch manchmal einen Prozess, der ein paar Jahre dauert.

    Ist da schon was in Aussicht, hast du einen Plan?

    Lokale Aspie-Vereine oder Aspie SHG/Selbsthilfe-Gruppen. Das hatte ich nämlich noch nie versucht.


    Naja, wenn keiner klagen würde, bräuchte niemand helfen, und das Forum wäre gegenstandslos.

    Die anderen User*Innen klagen nicht, sondern berichten positiv, was sie alles geschafft haben. Das ist der eigentliche Sinn dieses Forums.

    Vielleicht kommt die Zeit noch, wo du anderen helfen kannst, wenn du für dich selbst einen Weg gefunden hast.

    Dieses "Wenn" oder "ob" kann ich nicht versprechen. Bisher lief es bei mir eher in Rückschritten, "Landung auf dem harten Boden der Realität" (RW).

    Außerdem kann auch schon die Anwesenheit alleine und z.B. das Eröffnen von Themen und das Schreiben von Beiträgen wichtig für andere sein. Wenn du nicht das Thema zur WM eröffnet hättest, gäbe es das vielleicht gar nicht, und auch der Austausch über sowas ist eine Art von Selbsthilfe, und auf jeden Fall trägt es dazu bei, dass das Forum läuft.

    WM ist nur Hobby. Das findet man auch in zahlreichen NT-Foren, sogar Fußball-Foren gibt es, richtig professionell und gründlich immer up to date.

    Das ist ja keine Hilfestellung im klassischen Sinne. Ob ich den Thread eröffnet habe oder ein/e andere/r User/In, ist eher nebensächlich.

  • Lokale Aspie-Vereine oder Aspie SHG/Selbsthilfe-Gruppen. Das hatte ich nämlich noch nie versucht.

    Versuch es! Ich hab's nicht nachgesehen, aber im Raum Hannover gibt es das. Und sei nicht gleich frustriert, wenn die erste Begegnung nicht deinen Vorstellungen entspricht.

    Und hast du nach deiner Diagnose vor drei Jahren mal etwas in Richtung Therapie versucht? Klassische Verhaltenstherapie oder eine in einem ATZ? Oft haben Leute im alten Forum zwar über ihre Therapien geschimpft - ich würde mich von solchen Erfahrungen aber nicht runterziehen lassen. Auch hier gilt: Den Versuch ist es wert.

    PS: Schreib doch mal wieder was über Straßenbahnen oder lade Links zu den Videos anderer Bahnfans hoch. Ich hab in deine Post immer gern reingeschaut.

  • Oder Klassenkameraden, falsche Freunde oder Nachbarn, die einen mit deren Problemen runterziehen, oder sich was ausborgen, was man nie wieder zurück bekommt. Schmarotzer.

    Das Geben und Nehmen sollte auf längere Sicht möglichst ausgeglichen sein. Zeitnahes Zurückbringen ausgeliehener Dinge sollte selbstverständlich sein. Ist es das nicht, dann weg mit dem Kontakt.

  • Lichterfreund volle Zustimmung.

    FrankMatz Therapie hatte ich vielfach, früher, aber es nützte ja nichts, da ich meine Problematik weder erfassen noch thematisieren konnte. Können die Therapeuten/Innen, Psychologen/Innen nichts dazu.

    Heute ist eine Wartezeit von 9 Monaten und mehr abschreckend, und man sollte ja auch das "Glück" haben, eine "Wellenlänge" (RW) zum/zur Therapeuten/In zu haben.

    Deswegen finde ich SHG Aspies lokal am Lister Turm vielversprechender.

    Ok, meine Spezial-Interessen Straßenbahnen etc. Im alten Aspie-Forum war ich schon ziemlich extrem mit dem Verlinken diverser YouTuber. Und ich hatte praktisch jede Kleinstadt mitgenommen. Das soll so natürlich nicht wieder ausarten. Aber da ich meine zu wissen, aus welcher Region Du ungefähr kommst, wenn meine Erinnerung richtig liegt, kann ich evtl etwas beisteuern. Ungefähr.

  • Die anderen User*Innen klagen nicht, sondern berichten positiv, was sie alles geschafft haben. Das ist der eigentliche Sinn dieses Forums.

    Kann man so nicht sagen. Ich finde es z.B. wenig motivierend zu lesen, was andere alles hinbekommen. Eine "Hall of fame" anderer Leute bringt mir gar nichts, wenn ich irgendwo Probleme habe. Wenn jemand schreibt, was für ihn schwierig ist, finden sich andere, denen es ähnlich geht, und vielleicht kann man dann gegenseitig voneinander profitieren. Auf jeden Fall ist jeder, der in einem Forum schreibt, schonmal nützlich, weil ein Forum ohne Schreiberlinge nicht existieren könnte.

    Leiste keinen vorauseilenden Gehorsam.
    (Timothy Snyders „Über Tyrannei – Zwanzig Lektionen für den Widerstand“)

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