Belletristik in der Autismus vorkommt

  • Ich habe nun so mehr oder weniger hintereinander zwei Romane gelesen, die irgendwie sehr ähnlich - um nicht zu sagen: eigentlich inhaltlich komplett gleich waren:

    Das Leben ist manchmal woanders von Ulrike Herwig - E-Book | dtv Verlag

    Pina fällt aus - Hardcover | ULLSTEIN

    In beiden Büchern geht es um die alleinerziehende Mutter eines frühkindlichen Autisten (in ersterem 14 Jahren alt, in letzterem 20 Jahre alt). Die jeweilige Mutter verunfallt bzw. erkrankt schwer und landet handlungsunfähig im Krankenhaus. In beiden Büchern kümmert sich daraufhin die Hausgemeinschaft - also die Nachbarn - um den jeweiligen Autisten, lernen sich so auch gegenseitig kennen und werden zu einer ganz tollen Hausgemeinschaft, in der so mehr oder minder jeder jeden liebt. Eigentlich ist nur das Ende anders.

    Display Spoiler

    Im Buch Nr. 1 stirbt die Mutter und der Sohn bleibt bei Nachbarn, im Buch Nr. 2 wird die Mutter wieder gesund und gehört dann auch zur supertollen Hausgemeinschaft.

    Beide Bücher sind so richtige Feel good Romane, geben aber auch Einblick, was es heißt, ein Kind mit frühkindlichem Autismus zu haben.

  • "Pina fällt aus" habe ich letzte Woche als Hörbuch gehört und fand es auch toll. Es ist ein ziemlicher Feel-Good-Roman, wie du schon sagtest, und dadurch ist natürlich trotz der anfangs sehr ernsten Situation letztlich alles relativ entspannt und alle haben sich lieb. Trotzdem gibt es auch tiefgründige Momente. Und ich mochte den zarten Humor.

    Sternenseglerin Möchtest du in diesem Thread Empfehlungen zu Belletristik mit Thema Autismus sammeln oder wolltest du nur gern diese beiden Bücher vorstellen? Ich hätte auch noch eine Empfehlung, möchte aber nicht deinen Thread zweckentfremden 🙂

  • Ok, also ich kann noch "Annika Rose und die Logik der Liebe" empfehlen. Es ist eine Liebesgeschichte, aber keine nach dem häufigen Muster "Zwei lernen sich kennen und kommen dann 200 Seiten lang nicht zusammen, obwohl von Anfang klar ist, wie die Geschichte ausgeht"

    In diesem Buch waren die Protagonisten (sie ist Autistin, er nicht) vor längerer Zeit schon einmal ein Paar, haben sich aber nach ihrer Trennung aus den Augen verloren und treffen später wieder aufeinander. Die Geschichte spielt abwechselnd in beiden Zeitebenen und wird auch abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten erzählt.

    Schön fand ich, wie respektvoll er mit ihr umgeht und wie ruhig und angenehm die Geschichte erzählt ist. Es wird nie übertrieben kitschig oder dramatisch.

  • Ein anderer "Zwilling" an Feel-Good-Autismus-Romanen sind Buchreihe: Das Rosie-Projekt von Graeme Simsion | S. Fischer Verlage und die Edward-Triologie (Buch 1: 600 Stunden aus Edwards Leben von Craig Lancaster bei LovelyBooks (Literatur)).

    Inhaltlich geht es jeweils um einen zurückgezogen lebenden eigentümlichen männlichen Autisten, der irgendwann eine Partnerin kennenlernt, mit ihr zusammenkommt und ein gemeinsames Kind mit ihr bekommt.

    Leider ist der dritte Band der Edward-Triologie bisher nicht ins Deutsche übersetzt worden ("Edward Unspooled"). Ich lese eh nicht gerne Belletristik auf Englisch und somit steht seit drei Jahren auf meiner inneren Bucket-List das Buch endlich mal zu Ende zu lesen.

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