Ich und meine Verhaltensweisen

  • Ich hatte mir vorhin Gedanken zu alten Verhaltensweisen gemacht.

    Früher hatte ich z.B. mein eigene Besteck. War es nicht da, wollte und konnte ich nicht essen. Ich konnte mit einem adäquaten Ersatz nicht einmal umgehen.

    War es weg, endete das mal mit einer medizinischen Zwangsernährung, da Unterernährung.

    Kennst du solche oder ähnliche Verhaltensweisen an dir?

    Was motiviert dich bei dem, was du tust? (Steffen Albers)

  • Bei mir ist es ähnlich, nicht ganz so stark ausgeprägt.
    Ich habe auch festes Besteck, nur damit esse ich, ebenso ein Glas, eine Tasse für Kaffee und eine Tasse für Tee / Chai Latte.
    Wenn ich auswärts essen muss, beruflich mit Kollegen unterwegs bin oder ähnliches, und ich es nicht vermeiden kann (lieber schiebe ich Kohldampf), beuge ich mich dem 'Gruppenzwang'. Allerdings könnte ich es unter diesen Umständen auch einfach sein lassen, denn ein Genuss oder ähnliches ist das Essen in solch einer Situation überhaupt nicht und ist eher belastend (auch körperlich), als Energie spendend.

    Dum spiro, spero, sed realitatem agnosco.

  • Was ich außerdem habe ist, das ich gelegentlich wahllos Gegenstände berühren muss, wobei ich dabei und/oder damit dann ggf. Schlussfolgern kann (Ursache:n, Gründe, Verhalten, Wirkung:en).

    Was motiviert dich bei dem, was du tust? (Steffen Albers)

  • Ist so ne typische Sache von Autisten zur Selbstregulierung/Selbstkontrolle durch Zwangsrituale bzw immer gleiche Abläufe.

    Hat sicherlich so ziemlich jeder Autist. Der eine mehr, der andere weniger.

    Hängt viel von der psychischen Verfassung denk ich auch ab wie sehr die einen einnehmen.

  • Ich hatte das als Kind, Gegenstände/Möbel berühren und beklopfen, aber nicht wahllos sondern nach bestimmten Mustern. Ich denke das diente der Regulation von Angst.

  • Ich habe das für mich auch zum „Points setzen“, bspw. Orientierung - also auch ohne Angst oder Unsicherheit.

    Was motiviert dich bei dem, was du tust? (Steffen Albers)

  • Ich habe das für mich auch zum „Points setzen“, bspw. Orientierung - also auch ohne Angst oder Unsicherheit.

    Orientierung? Ist in dem Zusammenhang doch dasselbe wie Sicherheit durch gewohnte Ablâufe.

  • Ja. Genauso kann man das verstehen. Ich habe das non-verbale Verhalten auch, wenn es mir gut geht.

    Was motiviert dich bei dem, was du tust? (Steffen Albers)

  • Ich esse jeden Tag das gleiche. In Restaurants bestelle ich auch schon jahrelang das gleiche und mein Essen esse ich auch nach einer bestimmten Reihenfolge. Mein Toast musste früher immer in 9 Bissen und in einem bestimmten Muster gegessen werden. Habe noch andere « Zwänge ». Keine Ahnung warum ich das mache.

  • Immer wiederholende (manchmal zwanghafte) Abläufe hatte und habe ich auch, je nach mentaler (In-) Stabilität mehr oder weniger. Als Kind hatte ich Ticks und Zuckungen, mit Kopf und Armen, und Beinen, zwanghaft, bei Nichtausführung meiner Ticks fühlte es sich verkrampft an. Und anderes wie 4 mal abklopfen von Gegenständen wie Tischen hatte ich als Kind gemacht. Meine Mutter wollte das unterbinden, und sie ließ bei mir eine Phosphat-Allergie testen bei einem Facharzt in Flensburg, und ich musste eine Phosphat-Diät machen. Ich musste auch viele Tabletten schlucken, Vitamine etc. Und Bachblüten (Tropfen) hatte meine Mutter mir verabreicht, und mit einem Pendel bei mir gependelt, und PH-Streifen bei mir getestet. Meine Mutter war in einer Phosphat-Selbsthilfegruppe für Eltern. Meine Mutter und Grundschul-Lehrerin meinten, die Phosphat-Diät würde helfen, daß ich weniger "Zappelphilipp" (RW) wäre dadurch, und ich war weniger frech.

    Das mit meinen Ticks und Zuckungen basierte auch auf zwanghafter verkrampfter Wiederholung.

    So eine Art Echolalie hatte ich auch.

    Beim Schreiben mit dem Füller oder Inky malte ich mehrmals über meine eigenen Buchstaben und Wörter drüber, damit keine Lücken und Risse in meiner Schrift waren, ich bildete mir ein, es wäre unleserlich und sähe unordentlich aus beim ersten Schreiben. Nach dem Übermalen sahen die Buchstaben und Wörter aber objektiv betrachtet erst recht unmöglich (hässlich) wie Fettschrift aus. Manchmal verschmierte die Tinte, was erst recht unmöglich aussah. In meiner Grundschule wurde auf die Optik und Schönschrift besonders Wert gelegt, gab für mich manchmal schlechtere Noten bei Diktaten und Aufsätzen.

    Bei Busfahrten wollte ich immer vorne sitzen, und wenn ich das nicht konnte, weil der Sitzplatz besetzt war, dann war es erstmal ein gefühlter innerlicher "Weltuntergang" (RW), aber ich lernte mit der Zeit, das zu akzeptieren, daß ich auch mal im Bus hinten sitzen musste.

    Aus meiner Kleinkindheit berichtete meine Mutter, daß ich immer einen Kontrollgang um den Esstisch gegangen war, um zu prüfen, ob die Stühle auch richtig grade standen, und ich hätte einen Anfall bekommen, wenn ein Stuhl schräg stand. Als ich 3 oder 4 Jahre alt war, mußte ich in Celle zum Logopäden (Sprachtherapeuten), weil ich mit 3 oder 4 Jahren noch nicht sprechen konnte bzw. eine autistische Phantasie-Sprache benutzt haben soll. Mein Logopäde in Celle soll damals Anfang der 1980er eine Koriphäe bezüglich Asperger-Autismus gewesen sein, und er wusste, wie man autistische Zwänge beseitigt.

    Draußen auf dem Spielplatz hatte ich als Kleinkind laut meiner Mutter meine Arme nach oben gestreckt oder meine Hände wie Scheuklappen bei einem Pferd vor oder an mein Gesicht gehalten, was auf andere Eltern verhaltensauffällig wirkte und ich aufgrund dessen von anderen Eltern abgelehnt wurde.

    Edited 17 times, last by Hannoveraner (June 10, 2026 at 10:59 AM).

  • Ich esse jeden Tag das gleiche. In Restaurants bestelle ich auch schon jahrelang das gleiche und mein Essen esse ich auch nach einer bestimmten Reihenfolge. Mein Toast musste früher immer in 9 Bissen und in einem bestimmten Muster gegessen werden. Habe noch andere « Zwänge ». Keine Ahnung warum ich das mache.

    Ich hatte das bis zu meinem ca. 9./10. Lebensjahr, das ich mein Essen mit einer bestimmten Anzahl an Bissen gegessen habe. Ich möchte das wieder einführen. Ich bevorzuge auch das Essen von Zutaten nach Reihenfolge. Hat aber auch irgendwie nach meinem 9./10. Lebensjahr abgenommen.


    Ich hatte auch meine eigene Sprache. Echolalie hatte/habe ich ebenfalls.

    Was motiviert dich bei dem, was du tust? (Steffen Albers)

    Edited once, last by M3_C2_A25_P0: Ein Beitrag von M3_C2_A25_P0 mit diesem Beitrag zusammengefügt. (June 10, 2026 at 2:32 PM).

  • Ich hatte keine eigene Sprache, aber habe gerne in Hieroglyphen geschrieben. Konnte nur ich lesen.


    Ich bevorzuge auch das Essen von Zutaten nach Reihenfolge.

    Nach welcher Reihenfolge isst du dein Essen?

    Edited once, last by SecretDream: Ein Beitrag von SecretDream mit diesem Beitrag zusammengefügt. (June 10, 2026 at 2:42 PM).

  • Meine Mutter hat sehr gut gekocht, auch feine Saucen. Ich habe in meiner Jugend immer überall Ketchup darüber getan, damit es mir schmeckt.

  • Ich würde aber auch sagen, dass es nachgelassen hat. Als Kind bekam ich einen Schreianfall, wenn die Tür nicht in ihrem richtigen Zustand war, laut meiner Mutter. Daran erinnere ich mich gar nicht mehr, aber solche Verhaltensweisen habe ich glücklicherweise nicht mehr.

  • Ich hatte keine eigene Sprache, aber habe gerne in Hieroglyphen geschrieben. Konnte nur ich lesen.


    Nach welcher Reihenfolge isst du dein Essen?

    Das Essen musste entsprechend bspw. Symetrie angeordnet werden. Beispiel: Kartoffelpüree links unten, die Wurst gegenüber (logisch), meist rechts am Teller. Rechts unten alles weitere, was flächenmäßig Platz beansprucht.

    Eine weitere Verhaltensweise habe ich wieder übernommen (hatte ich auch als Kind). Ich erstelle Beziehungsrahmenvereinbarungen. Wichtige Beziehungen und Bindungen regel ich gemeinsam mit meinem Gegenüber / meiner Gegenüber per Rahmenvereinbarung. worin auch individuelle Regelungen festgehalten werden. Zum Beispiel die Sitzordnung: Ein für mich optimaler Sitzplatz ist an einer Wand, gegenüber und/oder rechts kann sich ein Fenster befinden, der Sitzplatz sollte gegenüber von Gesprächspartner:in sein. In sichtbarer Nähe befindet sich eine Türe.

    So komme ich auch direkt meinem Spezialinteresse / Interesse "Organisation und Vereinbarung:en" nach.

    Was motiviert dich bei dem, was du tust? (Steffen Albers)

    Edited 2 times, last by M3_C2_A25_P0 (June 10, 2026 at 6:26 PM).

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!