Hallo,
Diesen Thread wollte ich längst im alten Forum eröffnet haben, aber mir fehlte Zeit und Kraft mich hinzusetzen und das niederzuschreiben. Ich habe extra AuDHS dazugeschrieben, weil ich glaube, dass viele meiner Probleme eben von den gegensätzlichen Eigenschaften kommen.
Ich wüsste gerne, ob das jemand kennt, dass man gefühlt nichts schafft und mit allem hinterherhängt. Ich habe das Gefühl, die einfachsten alltäglichen Dinge nicht zu schaffen bzw schaffe ich diese tatsächlich meistens nicht.
Noch dazu habe ich 2 Kinder ( 6 und 9 Jahre), die im 3 Tages-Wechsel bei mir und bei ihrem Papa wohnen. Wenn die zwei da sind, habe ich zu dem was ich eh nicht schaffe noch die Kinder zu versorgen. Ich vergesse immer die Hausaufgaben im Hausaufgaben Heft abzuhaken, oder überhaupt zu fragen, ob sie alles geschafft haben. Auch schaffe ich es nicht das tägliche Kopfrechnen und Lesen einzubauen, meist denke ich auch nicht dran. Ich bin froh, wenn ich ihnen was zu essen mache und es schaffe, sie zum Zähneputzen zu motivieren.
Was ich noch regelmäßig vergesse ist Fingernägel schneiden und sie zum Duschen motivieren. Auch weil ich meist nicht dran denke, erst, wenn ich ihre Fingernägel zufällig mal im bewussten Blickfeld habe.
Zeit mich mit ihnen zu beschäftigen ist auch knapp, da ich ständig getrieben bin und noch so viel anderes machen muss. Ich fühle mich deswegen echt mies, aber ich bekomme es auch nicht besser hin. Ich brauche zu viele Ruhepausen und die habe ich ja nicht einmal. Es fühlt auch an, wie eine endlose Schleife des Versagens.
Wenn sie wieder beim Papa sind, bin ich den restlichen Tag einfach platt und mache so gut wie nichts oder unnützes Zeug (stundenlang Haut und Haarpflege, wozu ich dann aber auch ein dringendes Bedürfnis habe). Währenddessen kotzt mich die Unordnung um mich herum wahnsinnig an und stresst mich, genauso wie Dinge, die für Extern erledigt werden müssen. Sie blockieren und stressen mich gleichzeitig, es ist wahnsinnig paradox! Ich habe noch dazu viel zu hohe Ansprüche an Ordnung und daran, wie ich Dinge erledigen möchte und müsste. Plus habe ich einen starken Drang der Selbstverwirklichung und würde gerne so vieles kreativ ausleben und Projekte angehen, es tut richtig weh, dies nicht zu können. All diese Dinge verknoten sich quasi in meinem Kopf und ich habe ein Gefühl der Ohnmacht, was zur Verzweiflung und Selbstzweifeln, auch an meiner Lebensfähigkeit führt.
Einen Pflegegrad habe ich übrigens nicht bekommen, obwohl ich echt Hilfe im Alltag bräuchte. Ich wüsste allerdings auch nicht wie, was dazu führt, dass ich mich gerade nicht traue, noch einmal einen Antrag zu stellen. Und aus Angst, dass er wieder abgewiesen wird.
Dazu möchte ich eigentlich aus dem Bürgergeld heraus eine Selbstständigkeit aufbauen, unter anderem, weil ich es nicht mehr schaffe einer "normalen" Arbeitnehmertätigkeit nachzugehen. Ich habe schon immer starke Probleme damit, mich an ein neues Umfeld zu gewöhnen, was in meinem Leben zu sehr vielen Abbrüchen führte, welche ich eher als totstellen bezeichnen würde, da ich einfach nicht mehr hin bin, da ich mich jeden Tag unwohler fühlte und irgendwann nicht mehr hin konnte, weil mein Nervensystem komplett gestresst war (inklusive körperlicher Symptome). Das Problem ist halt, ich muss ja arbeiten und Geld verdienen, aber dieses Müssen legt mich schon wieder lahm, obwohl ich meine selbstständige Tätigkeit eigentlich sehr gerne mache.
Ich glaube dieser Druck blockiert mich, Erwartungen blockieren mich, egal ob externe oder meine eigenen. Noch dazu die Existenzangst, weil ich nicht sehe, wie ich so mein Leben finanzieren soll, da ich immer wieder blockiere und mir zb nicht einmal essen machen kann, weil alles zu viel ist. In der Küche zu stehen, mit schmerzendem Magen und riesen Hunger, aber keinem Plan, was ich jetzt essen kann, ohne schon beim Gedanken der Zubereitung überfordert zu sein und in Tränen auszubrechen und am Ende dann doch einfach ohne Essen ins Bett zu gehen, ist schon wirklich zum Verzweifeln. Ich kann das ja nicht einmal irgendwie einplanen, weil wenn ich gerade im Flow bin, dann sind alle Pläne (welche ich einen Tag vorher stundenlang entworfen habe) einfach zunichte gemacht. Sie funktionieren dann einfach nicht.
Das alles macht mich echt fertig, weil ich nicht sehe, wie ich das jemals hinbekommen soll, es geht mir einfach schon immer so, auch wenn es vor den Kindern etwas besser war und ich da noch sehr viel Kraft für das Funktionieren und Nichtauffallen hatte (dafür aber keine Kraft mehr für Freizeit, was mich auch immer sehr belastet hat).
Ich wüsste gerne, ob der oder die ein oder andere das ebenso kennt und wie ich das in den Griff bekommen kann. Bzw welche Hilfen ich mir da suchen kann. Wenn ich konkret wüsste, was es da für Hilfen und Möglichkeiten gibt, wäre es wohl einfacher, welche zu beanspruchen. Oder bei einem erneuten Pflegeantrag entsprechend für mich einstehen kann.
Wahrscheinlich habe ich jetzt viel zu viel drumherum geschrieben und bin hier und da abgeschweift, aber ich könnte auch noch so viel mehr schreiben. Und ich wollte auch versuchen meine Schwierigkeiten so gut wie möglich darzustellen und mir das auch mal ein bisschen von der Seele zu schreiben. Danke fürs Lesen und vielleicht/hoffentlich bekomme ich auch hilfreichen Input.