Mobbing in der Schule und auf der Arbeit etc.

  • Mobbing in der Schule und auf der Arbeit etc.

    Ein begleitendes Thema für Asperger-Autist*Innen ist leider oftmals auch Mobbing. Ich war selbst in allen meiner NT-Schulen Mobbing ausgesetzt, unabhängig davon, ob ich mich passiv verhalten hatte und ich langweilig war für andere Kinder/Jugendliche, oder ob ich verhaltensauffällig war, als Klassen-Clown.

    Ich hatte auch Autismus-bedingt eine schlechte Motorik im Sport-Unterricht. Ich war zu langsam beim Rennen und Schwimmen, ich konnte schlecht Bälle fangen oder Bälle nicht weit werfen, Bälle nicht treffen, Bällen nicht ausweichen etc.. Nur mit Attest vom Arzt bekam ich auf dem Zeugnis Note 4 (ausreichend) in Sport. Ich war auch körperlich schwach. Und ich war zu dünn, meine Arme und Handgelenke zu dünn, bis ich etwa zwischen 30 und 40 Jahren alt war.

    Weil ich zu schlecht in Sport war, wurde ich auch von Mitschülern gemobbt.

    Meine schlechte Motorik war geburtsbedingt, und Autismus-bedingt. Ich hatte bei meiner Geburt eine Nabelschnur-Umschlingung um meinen Hals, Sauerstoffmangel. Ich war blau angelaufen. Ich war in der Praxis einer Hebamme geboren worden. Und ich hatte einen Knochen/Gelenks-Stellungs-Fehler im Hüftbereich. Beim Orthopäden festgestellt.

    Darum hatte ich in meiner Freizeit aus nie Lust auf Sport.

    Ich hatte mich selbst auch teilweise falsch verhalten gegenüber anderen Mitschüler*Innen und gegenüber anderen Kindern/Jugendlichen.

    Ich trug als Kind und Jugendlicher auch teilweise bewußt keine Markenklamotten, wodurch ich zusätzlich gemobbt und ausgegrenzt wurde von anderen Kindern und Jugendlichen. Als ich mich dann anpasste, und ich auch Markenkleidung trug, haperte es dann am Zwischenmenschlichen mit meinen Mitschüler*Innen und anderen Jugendlichen.

    Meine mangelnde Sozialkompetenz und meine abweichenden Spezial-Interessen machten es mir leider auch meistens nicht möglich, Freunde zu finden.

    Klassenfahrten und Kinder-/Jugendferienfreizeiten für Neuro-Typische Kinder und Jugendliche sind ebenfalls ein schwieriges Feld für Autist*Innen. Nicht selten kommt es am Ferienort der Jugendfreizeit oder Klassenfahrt ebenfalls zu Mobbing (hatte ich auf Klassenfahrten und Kinder-/Jugendferienfreizeiten selbst teilweise erlebt, egal, ob ich passiv war, oder durch Eigenverschulden).

    In jungen Jahren gibt es mitunter Prügeleien zwischen Kindern, als ich Kind war, wurde ich mal von anderen Kindern gehauen. Oder dass Jemandem die Sachen weggenommen werden, man hatte mal meinen Schulranzen in den Mülleimer geworfen.

    Später dann durch Jugendliche und Erwachsene verbales Mobbing mir gegenüber. Hatte ich alles selbst erlebt.

    Auf der Arbeit kommt eine Konkurrenzsituation bezüglich Arbeitsplatzerhalt oder Leistungsvergleich der Arbeitsleistung hinzu. Die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz und die Existenz, Zukunftsängste etc.

    Manche Asperger-Autist*Innen sind für das "Haifisch-Becken" (RW) der NT-Arbeitswelt (aka Erster Arbeitsmarkt) und NT-Schulen nicht ausreichend gewappnet und drohen, unterzugehen, auf der Strecke zu bleiben. Trifft auf mich zu.

    Bereits ein Vorstellungsgespräch kann eine unüberwindbare Hürde darstellen. Für mich auf jeden Fall.

    Als ich mich mit meinem Realschul-Abschluss mal an einer NT- Berufsschule 1997 in Hannover vorstellte, kritisierte der Schulleiter mich, (der nichts von meinem Autismus wusste), daß ich keine guten Zeugnisse hatte, was korrekt war, dass ich nicht genügend Fachkompetenz hatte, korrekt, und dass ich zu langsam spreche, was ebenfalls stimmte.

    Letztendlich kam ich durch Familie in Köln dort in einer NT-Berufsschule unter. Das war aber auch ein Reinfall, Mobbing gegen mich, fachlich interessierte mich das Kaufmännische überhaupt nicht, und ich hatte nach 2 mal Sitzen bleiben die Schule abgebrochen.

    Nicht wenige Aspies arbeiten in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen oder sind komplett arbeitsunfähig wie ich.

    Mögliche Gründe für meine jahrzehntelange Arbeitsunfähigkeit;

    psychosomatisch, liegt nicht unbedingt nur an meinen Mobbingerfahrungen, sondern auch an meiner depressiven Antriebslosigkeit, an meiner mangelnden Disziplin.

    Und zum Teil lag es an meinem schwierigen Umfeld auch außerschulisch, familiär.

    Meine Depressionen lagen auch an meinem schwierigen Stiefvater und an desolaten Verhältnissen zu Hause auf dem Lande, verursacht und verschuldet durch meinen Stief-Vater. Außerdem hatte mein Stiefvater öfters Wutanfälle und rumgeschrieen. Sein Haus auf dem Dorf war baufällig und musste renoviert werden. Das sorgte zusätzlich für Stress und Streit, weil meine Mutter alles ordentlich haben wollte. Meine Mutter war mit mir zu meinem Stiefvater gezogen, als ich 13 Jahre alt war. Vorher lebte ich mit meiner alleinerziehenden Mutter in der Stadt in einer Mietwohnung.

    Da meine Neuro-Typische Mutter selbst eine schwierige Biographie hatte, war sie Sozialhilfeempfängerin. Ich wuchs also auch in Armut auf.

    Außerdem hatte ich öfters falsche Freunde und Leute, die mich ausnutzten, mit schlechtem Einfluß auf mich.

    Oder später war meine Einsamkeit schädigend für meine Entwicklung etc.

    Aufgrund meiner gesamten Lebensumstände und Symptome hatte ich nie eine altersentsprechende Reife, bis heute nicht.

    Und, daß ich mich in fremden neuen Umgebungen, Umzügen, Schulwechseln, mit fremden neuen Menschen eh schwer tue.

    All das könnte als mögliche Gründe für meine Arbeitsunfähigkeit herangezogen werden.

    Da Mobbing längerfristig Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl haben kann, ist es auch längere Zeit nach Ende des Kontaktes zu den früheren Mobber*Innen gelegentlich noch ein Thema. Bei mir auch lange so gewesen. Im Gedächtnis, in "eingebrannten" (RW) Verhaltensmustern, die künftige Mobber*Innen "magnetisch" anziehen könnten. Das Problem hatte ich auch, wiederkehrende Muster im Umgang mit (NT) Menschen.

    Selbstbewusstsein und Verhalten im Umgang mit NT zu erlernen kann für Aspies wie mich sehr schwierig sein, vor allem ohne geeignete Hilfestellung.

    Meine Körperhaltung ist dementsprechend, daß ich meinen Kopf nach unten hängen lasse, und ich nach unten Richtung Fußboden gucke.

    Als "behindert" oder "Behinderter" wurde ich auch von manchen bezeichnet.

    Mein Problem, ich konnte mich selten bis nie alleine verbal wehren.

    Edited 53 times, last by Hannoveraner (June 3, 2026 at 8:25 AM).

  • Ja, leider betrifft das Thema wahrscheinlich jeden oder fast jeden Autisten.

    Mich hatte das veranlasst Psychologie zu lesen, da ich lange fassungslos war warum manche Menschen so gemein sind. Dadurch geriet ich auch an Literatur über Körpersprache usw. Dort entnahm ich, dass man durch Mobbing oft die Körperhaltung sacken lässt usw und beobachtete das veränderte Verhalten lauter Jugendlicher, wenn ich entschlossen, aber dabei relativ entspannt und mit leicht unher-, aber nicht anschauenden Kopf an ihnen entlang lief. Meine Angst wandelte sich auch bald in Wut um, sodass mein Blick dann auch etwas böse wurde. Wobei es auch hilft, dass ich groß bin. Aber meine Schwester ist auch groß und sie ist zu lieb für diese Welt. Auf sie waren sie losgegangen. Bei meinem Bruder haben sie sich genauso nicht getraut wie bei mir. Er macht das ähnlich. Meine Schwester denkt nie was böses, auch wenn schon viel passierte. Sie ist bald depressiv geworden und das ging nicht mehr weg. Heute wirkt sie total kaputt. Früher hat sie viel gelächelt.

    In der Schulzeit gab es kein Entkommen und da hatte ich die Literatur auch noch nicht. Ich hab auch teils wissend angeeckt, aber wusste mir nicht zu helfen. Das Kaspern war Überspielen von Unsicherheit. In der Zeit hab ich viel verdrängt automatisch. Und mich danach in meine Hobbies vertieft, da existierte dieser Ort dann gar nicht in meinem Kopf. Aber ich war auch schonmal scheinkrank daheim geblieben mehrere Wochen, bis mein Lehrer sich Sorgen machte.

    Mit meiner Arbeit hatte ich überwiegend Glück, wobei ich auch nur arbeite, wo das Umfeld passt. Und einer kam mal neu, der meinte mich indirekt beleidigen und dirigieren zu können. Den hab ich dann gefragt ob ich das gerade richtig verstanden habe, worauf er nichts sagte. Und weil der Chef auf die Mail nicht reagiert hatte, wo ich das Problem (ihn anonymisierend) beschrieb, ignorierte ich dann einfach die Anweisungen von dem "Kollegen" und schaute was passiert. Entweder merkte er es nicht oder er gab auf.

    Bei einem Minijob hatte ich mich ansonsten auch mal quergestellt und dann gekündigt.

    Im Grunde war ich aber auch immer nur ängstlich, wenn jemand Gewalt drohte. Den anderen hab ich entweder Paroli geboten oder ihnen einen Blick gegeben nach dem Motto "Du brauchst Hilfe".

    Es ist aber anstrengend dennoch. Man fühlt sich wie ein Fels in der Brandung, auf den ständig Messer geflogen kommen. Meinen Selbstwert treffen sie kaum noch. Aber sie sind wie Wadenbeißer und es droht immer die Gefahr, dass sie sich Unterstützung holen mit Intrigen. Aber je ruhiger man sich nach außen gibt, desto lächerlicher machen sie sich selbst. Unterbewusst suchen sie nach Reaktion. Auch falls sie darunter klein werden. Deshalb hören sie oft auch nicht auf, wenn man völlig ruhig bleibt. Sie testen quasi Grenzen als Orientierung. (Wenn sie nicht schon völlig "durch" sind.) Da sie Widersprüche von gut und böse in Menschen schwer vereinen können. Stichwort Splitting bei Borderline beispielsweise. Manche suchen auch "nur" ein leichtes ventil ohne deine Persönlichkeit näher zu sehen. Einfach nur weil da jemand geduckt läuft oder ähnlich.

    Die kleineren Angriffe für mein teils auch nerviges Verhalten konnte ich akzeptieren und änderte mich da auch. Das kam aber auch von eher netten Leuten, die quasi eher baten und empfahlen, dass man sich ändert und länger Geduld hatten.

    Mit einem hatte ich manchmal sogar auch gegenseitig herzhaft lachen müssen. Aber er ärgerte zuerst und zu viel, dass ich auch einmal weinte. Er hatte sich allerdings dafür später bei mir entschuldigt.

    Und in manchen Situationen stelle ich nur rückblickend fest, dass jemand sarkastisch zu mir war. Wobei ich dann auch nicht ganz sicher bin. Aber manchmal bleibt das nur logisch übrig. Und dann hab ich da ja schon mit kalter Schulter drauf reagiert oder mit Freundlichkeit, weil ich's situativ nicht geblickt hab. das hinterlässt dann kurz etwas Bauschmerzen. Aber dann denke ich mir, der/die kann ja nichts für ihre soziale Kurzsichtigkeit. Aber ich ärgere mich oft, dass ich so belesen bin gleichzeitig wie es mir hilft. Ich wünschte ich könnte total verdrängen. Manchmal wünschte ich sogar ich würde wahnsinnig um nicht mehr so viel klar wahrnehmen zu müssen.

    Jedenfalls bin ich froh, dass sich meine Wut da ein Stück weit entwickelte und gleichzeitig nicht zu doll. Ich bin mir ein Freund und wer meine Freunde angreift, der kriegt es mit mir zu tun.

    Letztlich befinden sich auch NT ständig im Kampf, was wir nicht so mitkriegen wegen der Zwischenzeiligkeit.

    Aber ja für Autisten ist es besonders hart, da sie schon Schwierigkeiten haben Gleichgesinnte zu finden, ihr Bauchgefühl zu orten, zwischen den Zeilen zu lesen und Umgebungseindrücke dabei zu filtern. gleichzeitig sind sie oft gut in ihren Spezialgebieten.

    In der Schule hab ich zu meinen guten Zeiten oft mit Absicht mich nicht gemeldet wenn ich wieder was wusste und versucht meine guten Noten zu verstecken bei Arbeiten. hatte aber auch schlechte Zeiten, wo ich mich nicht mehr konzentrieren konnte.

    Klassenfahrten waren Horror, ja.

    Dass ich nicht ausgenutzt werde muss ich auch öfters absichern, da man immer mal wieder auf Menschen trifft, die Grenzen überschreiten. Besonders schwierig wenn man daheim schon die Grenzen hingerichtet bekam und keinerlei Halt und Orientierung bekam. Ich war wie in einem Dauerfeuer von Stress. Bis zu meiner finanziellen Unabhängigkeit. Nur mit den Pflegepferden hab ich das überlebt. Studiert an sich hätt ich gern. Aber niemals mehr wollte ich länger zur allgemeinbildenden Schule als nötig. Hatte noch viele Jahre Träume davon wie ich meine Schule nachhole. Im Traum waren die Kollegen neutral. Ich hoffte dennoch die Träume hören bald auf.

    So weit erstmal. Vielleicht fällt mir noch was ein.

  • Ja, Mobbingerfahrungen hatte ich auch - allerdings kam das bei mir alles erst relativ spät. Davor war ich für die meisten wohl einfach nur "seltsam". Später dann bei einem Schulwechsel hat sich das intensiver bemerkbar gemacht. Man hat mir das Gefühl gegeben, dass ich nicht nur "seltsam" war sondern eben auch der "Gestörte" und "Behinderte". Meine schulischen Leistungen litten auch sehr darunter und Lehrer sahen es überhaupt nicht bzw. erst viel zu spät als ich "Hilferufe" per E-Mail gesendet habe bzw. meinen Eltern mal davon erzählte und mein Vater dann in die Schule kam. Der Eskalation mit den Mobbern auf einer möglichen Klassenfahrt konnte ich entgehen da die Klassenfahrt mit den Parallelklassen zusammengelegt wurde und wir dann zwischen Paris und Rom wählen konnten und die Mobber meiner Klasse alle nach Rom fuhren und ich mich aber für Paris entschieden habe und so wenigstens meine Ruhe hatte.

  • Mobbing war bis etwa Klasse 9 auch Thema für mich. In der Klasse 10 wurde es weniger.

    Es war immer Mobbing in Bezug auf Äußerlichkeiten (Kleidung, die war nämlich... nicht so toll) und meine Interessen. Das letzte Mal körperlich angegangen wurde ich in Klasse 6, da hat es dann aber auch richtig geknallt. (Und als Folge dessen ist einer der Schüler auch von der Schule geflogen, weil es da wohl noch andere Probleme mit dem gab. Ich hatte keine Strafe bekommen, weil ich mich ja nur gewehrt hatte - und ich mit dem Lehrer gut konnte.)

    Rückblickend muss ich sagen, ganz unschuldig war ich aber halt am Ende auch nicht. Es gab so viele Situationen, wo die Schüler - gerade ab Klasse 9 - mir rückblickend gar nichts böses wollten, sondern eher Hilfe angeboten haben. Oder halt versucht haben, mich zu integrieren. Nur ich hatte es halt abgeblockt oder den Schülern extrem misstraut, auch denen, die mir bis dato nie was getan hatten.

    Klassenfahrten waren ein Hit or miss, es kam extrem auf die Aktivitäten und die Art und Weise der Unterbringung an. Die Klassenfahrt in der 10 war tatsächlich stellenweise sogar recht cool.

    Ab Klasse 11 (bzw. Oberstufe) war Mobbing dann kein Thema mehr. Da war ich dann nur noch der "komische". Und in meiner Berufsausbildung (Oberstufe hatte ich abgebrochen, aber nicht wegen Mobbing, sondern wegen Depression) war ich beliebt in der Klasse. Vermutlich ist halt das Thema Weiterentwicklung (wie man von anderen wahrgenommen wird) und/oder Alter auch ein Faktor.

    Nichts beschleunigt Dich so sehr wie ein Linearmotor.

  • Ich hatte durchweg immer mal wieder Mobbingerfahrungen gemacht.

    In der Schulzeit wurde ich ausgegrenzt weil ich keine Markenklamotten trug, weil ich sehr ängstlich war und nie viel von mir erzählte. Ich fühlte mich schon als Kind anders als die anderen und ich kann nur vermuten, dass ich deswegen gemobbt worden bin.

    Später setzte ich mich mit Psychologiebüchern auseinander, hauptsächlich zur Selbsthilfe. Die haben mir ein Stück weit geholfen mich weiter zu entwickeln aber dennoch geriet ich im Berufsleben immer mal wieder ins Mobbing aber nicht mehr so in dem Ausmaß wie es mal zur Schulzeit war.

    Die letzten Jahre waren es dann nur noch Einzelpersonen im Berufsleben, die es mir schwer machten aber kein Mobbing mehr. Ich hoffe dass ich mich damit weit genug entwickelt habe, damit ich da nicht mehr hinein gerate.

  • Und in meiner Berufsausbildung (Oberstufe hatte ich abgebrochen, aber nicht wegen Mobbing, sondern wegen Depression) war ich beliebt in der Klasse. Vermutlich ist halt das Thema Weiterentwicklung (wie man von anderen wahrgenommen wird) und/oder Alter auch ein Faktor.

    Kann gut sein, auch von deren Reife her, falls du das nicht auch schon meintest.

    Ansonsten war das bei mir ab der Ausbildungsschule auch gut, wobei das ne Bahn-Ausbildungsklasse war, und die hatten alle Züge und Reisen als ein Spezialinteresse, keine Stutenbissigkeit usw.
    Rückblickend wurde ich am fiesesten von Leuten gemobbt, die aus Familien kamen, die man oft als RTL2-Menschen bezeichnet (teils ungepflegt, ungesunde Ernährung, laut, sehr pubertär, wenig intelligent wirkend, kann das schlecht erklären). Hauptsächlich von solch lauten Frauen. Und die kamen nicht an diesen Beruf dran. Wobei da auch ein netter "RTL2-Mensch" war, die introvertiert war und was auf dem Kasten hatte, die brach aber das Praktikum ohne Begründung vor der Ausbildung ab. Sie und ich waren über die Einstiegsqualifizierung da rein gekommen.
    Und eine Berufsschulklasse für ein Jahr war in Ordnung gewesen während der Schulzeit (die 1. Klasse auch, nach der ich die Schule wegen Umzug wechselte, aber da waren ja auch noch alle klein).

  • Ich wurde in der Schule für Körperbehinderte auf der ich von 2001 - 2008 war mit wechselnder Intensität gemobbt. Der Täter war ein Junge, die anderen haben mitgemacht. War er nicht da, war das Mobbing nahezu weg. Er hat die Anderen aufgestachelt. Ich wurde wegen meiner Kleidung und auch wegen damals mangelnder Körperhygiene gemobbt.

    Heute weiß ich, dass mein Anders-sein am Autismus lag, ich war zwar auf einer Sonderschule aber war eben ein Freak unter Freaks. Ich stand eigentlich immer außen, wortwörtlich. Ich habe mich während den Pausen oft zu den schwerstmehrfachbehinderten Kindern geflüchtet, die haben mich so akzeptiert wie ich war. Ich hatte außerhalb der Klasse ein, zwei Freundinnen mit denen ich die Pausen verbracht habe. Es wurde erst in den letzten zwei Schuljahren besser, weil meine Klassenlehrerin den Mobbern angedroht hat, sie zum Schulleiter zu schicken. Ganz aufgehört hat es aber nicht.

    Klassenfahrten waren oft fürchterlich, weil ich keine Ausweich- und Rückzugsmöglichkeit mehr hatte.

    Vor der Körperbehindertenschule war ich auf einer Schule für Geistigbehinderte, dort wurde ich zwar auch teilweise geärgert, das sehe ich aber nicht als Mobbing. So viel ich weiß ist "Mobbing" das systematische Fertigmachen eines Menschen. Bei den Geistigbehinderten gab es viele Mitschüler, die mir körperlich überlegen, geistig aber unterlegen waren. Ich hatte Angst vor ihnen, es war aber kein Mobbing im eigentlichen Sinne.

    Nach der Schulzeit wurde ich in der Ausbildung während es letzten Ausbildungsjahres leicht von ein paar Kollegen gemobbt. Das wurde dann schnell von einer Betreuerin abgestellt.

    "Der Mensch ist gut - trotz allem" Erich Maria Remarque

  • Mir geht es vielen anderen hier. In meiner Schulzeit wurde ich oft ausgegrenzt, ich wurde ausgelacht, ich wurde vorgeführt. Ja, ich war schon anders als die Anderen. Meine Klassenlehrerin hat es auf mich abgesehen gehabt, in Mathe und Kunstunterricht hat sie mich und gesagt ich bin ein Träumer und dumm/blöd. das ganze war auf einer Körperbehindertenschule in der1980er. Auf einer Berufsgrundschule erging es mir nicht besser. Klamotten und Hygiene waren auch Thema zu der Zeit. Beeser wurde es erst als ich Berufsausbildung zur Begang zu dieser Zeit ging es mir richtig gut.

  • In der Schulzeit hatte ich das auch oft und auch auf der vorletzten Arbeitsstelle. Da ging es sogar soweit, dass der Chef mitgemacht hat.

    Zum Glück bin ich dort nicht mehr und kann jetzt ganz entspannt in die Zukunft sehen.

  • Mobbing war ich im Rahmen der Schule (Schulweg und Pausen) ebenfalls ausgesetzt.

    Meine Strategien waren Kontaktvermeidung außerhalb vom Unterricht. Im Unterricht gab es wenig Probleme, weil ich mich mit den meisten Lehrerinnen und Lehrern gut verstanden habe.

    Den Schulweg bin ich anstelle vom Bus, wann immer das Wetter es ermöglicht hat, mit dem Fahrrad gefahren.

    Den Schulhof habe ich möglichst vermieden. In den ersten Jahren habe ich mich oft auf dem Rasen hinter dem Schulgebäude aufgehalten. Dort war ich nicht der einzige Außenseiter, es war noch ein weiterer dort, mit dem ich mich gut verstanden habe und so war ich nicht allein.

    In späteren Schuljahren habe ich den Physikdienst übernommen und konnte so meine Pausen immer allein im Physikraum verbringen. Das war zwar auch etwas Arbeit, die ich aber sehr gerne gemacht hatte, zumal Physik mein Lieblingsfach war.

    In der Berufsschule habe ich die Pausen auch meistens allein verbracht.

    Was den Kleidungsstil in der Schule anbelangt, hatte ich mich die ersten Jahre garnicht angepasst, was auch immer zur Kritik über die Kleidung führte. Als ich später auch Kleidung mit Krokodil und Schuhe mit 3 Streifen trug, ließ man mich zumindest Kleidungsmäßig in Ruhe.

    Das Mobbing mir gegenüber war ausschießlich verbaler Art, weil ich deren Art der Kommunikation und Interaktion nie richtig verstanden hatte. Körperlich ließ man mich in Ruhe, weil ich immer einer der stärksten Schüler war. Die frühe Entwicklung meiner Muskulatur führe ich darauf zurück, dass ich schon als Kind viel auf dem elterlichen Bauernhof helfen musste. Zudem legte ich mir früh Hanteln zu, um stärker zu werden, damit ich mich zuhause gegen meinen älteren Bruder wehren konnte. Dieser ärgerte mich vorher oft und er fand es garnicht gut, als ich dann mit dem Hanteltraining begonnen hatte.

    Im Berufsleben klappte es viele Jahre in einem kleinen Betrieb gut, weil ich mich mit dem Chef gut verstanden habe.

    Als dieser in den Ruhestand ging, folgten häufige Wechsel, eine Umschulung und später der komplette Ausstieg aus dem Berufsleben.

  • Ja, die Pausen waren wie ein Vorführ-Schauplatz. Auch das Gewählt-Werden oder Wählen-Müssen beim Sport. Oder wenn man vor der Klasse warten musste, bis sie aufgeschlossen wurde. Ich versteckte mich in den Pausen so oft es ging entweder in der Klasse unterm Tisch, als ich noch jünger war, oder auf dem Flur und lief dann um Ecken weiter, wenn Lehrer da Kontrollgänge machten. Auf einer Schule war glücklicherweise die Schule der jüngeren Klassen nebenan, wo meine Reiterfreunde hingingen. Da spielte ich dann mit denen auf dem Klettergerüst. Da kam die Mobberin dann mal hin und fragte ob mir das nicht peinlich wär. Aber da fühlte ich mich bei meinen Freunden sicher, was sie auch merkte und dann wieder kehrt machte.

    Für Kleidung wurde ich auch angegriffen, und das spezifisch hörte auch auf, als ich mich da anpasste. Anderes wurde auch weiter kritisiert. Wenn ich nicht kasperte und nicht zu viel über mein Spezialinteresse redete, dann weil ich entweder zu ruhig, ein Streber, zu dünn, zu arm war oder wegen meines steifen Gangbildes. Auch wegen meiner Dyskalkulie, deren Namen da noch keiner kannte.

    In einer Social Media App gehen viele Reels in Englisch und Deutsch rum, die beschreiben "Du denkst du kannst mich verletzen? Ich hab die Schule mit undiagnostiziertem Autismus überlebt." (Noch nicht diagnostiziertem)

  • Für Kleidung wurde ich auch angegriffen, und das spezifisch hörte auch auf, als ich mich da anpasste. Anderes wurde auch weiter kritisiert.

    Ja, Kinder-und Jugendliche können da manchmal sehr gemein sein. Ich erinnere mich daran, dass ich mal ein T-Shirt 2 Mal trug und da wurde ich schon dafür kritisiert, dass ich immer das Gleiche trug obwohl das einfach nicht stimmte. Die Leute haben sich nich mal gemerkt wie oft ich etwas trug sondern suchten überall etwas mit dem sie mich beschimpften konnten.

  • Ja, Kinder-und Jugendliche können da manchmal sehr gemein sein.

    Sie können sehr gemein sein. Als ich zu Schule ging (in den 1980ern) trugen wir Schuluniform. Wir hatten nicht viel Geld und ich hatte meistens die Kleidung von meinen älteren Schwestern weiter getragen. So hatten die Leute schon am ersten Schultag etwas, worüber sie sich lustig machen konnten, weil ich keine neue Schuluniform an hatte.

    Meine ein Jahr jüngere Schwester hatte theoretisch dasselbe Problem. Aber sie hatte trotzdem Freunde. Sie konnte sich wehren. Ich nicht. Ich war alleine und ich war den anderen, wie Four auch schreibt, zu ruhig, zu seltsam, eine Streberin mit einem "bösen Blick".

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