Mobbing in der Schule und auf der Arbeit etc.
Ein begleitendes Thema für Asperger-Autist*Innen ist leider oftmals auch Mobbing. Ich war selbst in allen meiner NT-Schulen Mobbing ausgesetzt, unabhängig davon, ob ich mich passiv verhalten hatte und ich langweilig war für andere Kinder/Jugendliche, oder ob ich verhaltensauffällig war, als Klassen-Clown.
Ich hatte auch Autismus-bedingt eine schlechte Motorik im Sport-Unterricht. Ich war zu langsam beim Rennen und Schwimmen, ich konnte schlecht Bälle fangen oder Bälle nicht weit werfen, Bälle nicht treffen, Bällen nicht ausweichen etc.. Nur mit Attest vom Arzt bekam ich auf dem Zeugnis Note 4 (ausreichend) in Sport. Ich war auch körperlich schwach. Und ich war zu dünn, meine Arme und Handgelenke zu dünn, bis ich etwa zwischen 30 und 40 Jahren alt war.
Weil ich zu schlecht in Sport war, wurde ich auch von Mitschülern gemobbt.
Meine schlechte Motorik war geburtsbedingt, und Autismus-bedingt. Ich hatte bei meiner Geburt eine Nabelschnur-Umschlingung um meinen Hals, Sauerstoffmangel. Ich war blau angelaufen. Ich war in der Praxis einer Hebamme geboren worden. Und ich hatte einen Knochen/Gelenks-Stellungs-Fehler im Hüftbereich. Beim Orthopäden festgestellt.
Darum hatte ich in meiner Freizeit aus nie Lust auf Sport.
Ich hatte mich selbst auch teilweise falsch verhalten gegenüber anderen Mitschüler*Innen und gegenüber anderen Kindern/Jugendlichen.
Ich trug als Kind und Jugendlicher auch teilweise bewußt keine Markenklamotten, wodurch ich zusätzlich gemobbt und ausgegrenzt wurde von anderen Kindern und Jugendlichen. Als ich mich dann anpasste, und ich auch Markenkleidung trug, haperte es dann am Zwischenmenschlichen mit meinen Mitschüler*Innen und anderen Jugendlichen.
Meine mangelnde Sozialkompetenz und meine abweichenden Spezial-Interessen machten es mir leider auch meistens nicht möglich, Freunde zu finden.
Klassenfahrten und Kinder-/Jugendferienfreizeiten für Neuro-Typische Kinder und Jugendliche sind ebenfalls ein schwieriges Feld für Autist*Innen. Nicht selten kommt es am Ferienort der Jugendfreizeit oder Klassenfahrt ebenfalls zu Mobbing (hatte ich auf Klassenfahrten und Kinder-/Jugendferienfreizeiten selbst teilweise erlebt, egal, ob ich passiv war, oder durch Eigenverschulden).
In jungen Jahren gibt es mitunter Prügeleien zwischen Kindern, als ich Kind war, wurde ich mal von anderen Kindern gehauen. Oder dass Jemandem die Sachen weggenommen werden, man hatte mal meinen Schulranzen in den Mülleimer geworfen.
Später dann durch Jugendliche und Erwachsene verbales Mobbing mir gegenüber. Hatte ich alles selbst erlebt.
Auf der Arbeit kommt eine Konkurrenzsituation bezüglich Arbeitsplatzerhalt oder Leistungsvergleich der Arbeitsleistung hinzu. Die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz und die Existenz, Zukunftsängste etc.
Manche Asperger-Autist*Innen sind für das "Haifisch-Becken" (RW) der NT-Arbeitswelt (aka Erster Arbeitsmarkt) und NT-Schulen nicht ausreichend gewappnet und drohen, unterzugehen, auf der Strecke zu bleiben. Trifft auf mich zu.
Bereits ein Vorstellungsgespräch kann eine unüberwindbare Hürde darstellen. Für mich auf jeden Fall.
Als ich mich mit meinem Realschul-Abschluss mal an einer NT- Berufsschule 1997 in Hannover vorstellte, kritisierte der Schulleiter mich, (der nichts von meinem Autismus wusste), daß ich keine guten Zeugnisse hatte, was korrekt war, dass ich nicht genügend Fachkompetenz hatte, korrekt, und dass ich zu langsam spreche, was ebenfalls stimmte.
Letztendlich kam ich durch Familie in Köln dort in einer NT-Berufsschule unter. Das war aber auch ein Reinfall, Mobbing gegen mich, fachlich interessierte mich das Kaufmännische überhaupt nicht, und ich hatte nach 2 mal Sitzen bleiben die Schule abgebrochen.
Nicht wenige Aspies arbeiten in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen oder sind komplett arbeitsunfähig wie ich.
Mögliche Gründe für meine jahrzehntelange Arbeitsunfähigkeit;
psychosomatisch, liegt nicht unbedingt nur an meinen Mobbingerfahrungen, sondern auch an meiner depressiven Antriebslosigkeit, an meiner mangelnden Disziplin.
Und zum Teil lag es an meinem schwierigen Umfeld auch außerschulisch, familiär.
Meine Depressionen lagen auch an meinem schwierigen Stiefvater und an desolaten Verhältnissen zu Hause auf dem Lande, verursacht und verschuldet durch meinen Stief-Vater. Außerdem hatte mein Stiefvater öfters Wutanfälle und rumgeschrieen. Sein Haus auf dem Dorf war baufällig und musste renoviert werden. Das sorgte zusätzlich für Stress und Streit, weil meine Mutter alles ordentlich haben wollte. Meine Mutter war mit mir zu meinem Stiefvater gezogen, als ich 13 Jahre alt war. Vorher lebte ich mit meiner alleinerziehenden Mutter in der Stadt in einer Mietwohnung.
Da meine Neuro-Typische Mutter selbst eine schwierige Biographie hatte, war sie Sozialhilfeempfängerin. Ich wuchs also auch in Armut auf.
Außerdem hatte ich öfters falsche Freunde und Leute, die mich ausnutzten, mit schlechtem Einfluß auf mich.
Oder später war meine Einsamkeit schädigend für meine Entwicklung etc.
Aufgrund meiner gesamten Lebensumstände und Symptome hatte ich nie eine altersentsprechende Reife, bis heute nicht.
Und, daß ich mich in fremden neuen Umgebungen, Umzügen, Schulwechseln, mit fremden neuen Menschen eh schwer tue.
All das könnte als mögliche Gründe für meine Arbeitsunfähigkeit herangezogen werden.
Da Mobbing längerfristig Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl haben kann, ist es auch längere Zeit nach Ende des Kontaktes zu den früheren Mobber*Innen gelegentlich noch ein Thema. Bei mir auch lange so gewesen. Im Gedächtnis, in "eingebrannten" (RW) Verhaltensmustern, die künftige Mobber*Innen "magnetisch" anziehen könnten. Das Problem hatte ich auch, wiederkehrende Muster im Umgang mit (NT) Menschen.
Selbstbewusstsein und Verhalten im Umgang mit NT zu erlernen kann für Aspies wie mich sehr schwierig sein, vor allem ohne geeignete Hilfestellung.
Meine Körperhaltung ist dementsprechend, daß ich meinen Kopf nach unten hängen lasse, und ich nach unten Richtung Fußboden gucke.
Als "behindert" oder "Behinderter" wurde ich auch von manchen bezeichnet.
Mein Problem, ich konnte mich selten bis nie alleine verbal wehren.