Die erste Walk-and-Talk (Berlin)

  • Hallo zusammen,

    heute nehme ich an meinem ersten Walk-and-Talk teil. Etwas ähnliches hatte ich in der KJP, was jedoch ca. 27 Jahre her ist.

    Beim Walk-and-Talk handelt es sich um einen Selbsthilfe-Spaziergang.

    Der Walk-and-Talk wird von Autist:innen für Autist:innen angeboten, um einen Raum für themenzentrierten Austausch zu schaffen – ohne Masking, ohne Blickkontakt-Zwang und ohne soziale Erwartungen.

    Der Titel „Walkie-Talkie“ ist hier nicht als Verniedlichung zu verstehen. Der Name bezieht sich auf das technische Prinzip der Funkgeräte und adressiert damit die spezifischen Anforderungen sozialer Interaktion für Autist:innen: Direkte Kommunikation, bewusste Pausen und Verzicht auf Smalltalk.

    Dieser Spaziergang richtet sich an Menschen im Autismus-Spektrum, die andere Autist:innen treffen möchten. Es besteht die Gelegenheit, sich über relevante Themen zu unterhalten, wie den Alltag mit Autismus, persönliche Erfahrungen oder Spezialinteressen. Smalltalk und oberflächliche Gespräche sind nicht Teil des Formats. Als Hilfestellung, um ins Gespräch mit anderen zu kommen, dient eine Vorstellungsrunde sowie eine optionale Zuweisung von Gesprächspartnern.

    Die Planung ist klar strukturiert.

    Bei der Veranstaltung handelt es sich um eine Veranstaltung, welche via Aspies e.V. kommuniziert wurde.

    Ich bin gespannt, wie es wird.

    Was motiviert dich bei dem, was du tust? (Steffen Albers)

    Edited once, last by M3_C2_A25_P0 (May 30, 2026 at 12:11 PM).

  • Ich drück dir die Daumen das es dir gefällt.

    Persönlich habe ich immer Probleme in größere Gruppen mich zu orientieren. Vielleicht hilft es dir wenn du dir ein/zwei Personen rausssuchst und die anderen nicht ignorierst, aber temporär ausblendest?

    "Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können."
    (Friedrich Nietzsche)

  • Es gab eine zuvor definierte Gesprächsteam-Bildung mit den Voraussetzungen:

    1. Während der Vorstellungsrunde wurde eine Dose mit farbigen Aufklebepunkten herumgereicht.
    2. In der Dose befanden sich immer genau zwei Punkte der gleichen Farbe.
    3. Wir nahmen uns einen Aufklebepunkt und klebten ihn sichtbar auf unsere Kleidung - was mit der Vorstellungsrunde geknüpft war.
    4. Die Person mit der gleichen Farbe ist mein:e Gesprächspartner:in für den ersten Spazierabschnitt. Es waren zudem auch Symbole für u.a. Planeten.
    5. Mit der zweiten Runde wurde es dann gemischter. Ein Ausblenden war nicht notwendig. Es musste auch niemand ignoriert werden, zumal ich grundsätzlich keinen Menschen ignoriere.

    Was motiviert dich bei dem, was du tust? (Steffen Albers)

  • Interessant.

    Ich kenne es aus der Selbsthilfegruppe in der ich war das da keiner sich vorstellen muss und im Zweifelsfall für neue um Anmeldung gebeten wird damit sie im Vorfeld alle Infos bekommen können die sie für eine Teilnahme brauchen.
    Da wird alles recht reizarm gestaltet ohne feste Gruppengröße (die wurde dann im Bedarf geteilt). Sowas würde in der vermutlich garnicht funktionieren da bei dir eine Art von Druck ausgübt wird reden zu müssen.

    Wird das von einem Verein veranstaltet?
    Wie war es für dich?

    "Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können."
    (Friedrich Nietzsche)

  • Einen Kommunikations- oder Interaktionsdruck habe ich nicht gehabt. Es ist logisch, dass Menschen auf Sympathie-Effekte reagieren und damit agieren. Ich kenne und erkenne "typische Sympathie-Effekte" und kann damit umgehen, ich selbst bin jedoch unvoreingenommen in meiner Denk- und Handlungsweise und reagiere auf die Effekte nicht mit und / oder durch agieren. Bis 1998/99 war ich quasi "blind" dafür, in der KJP lernte ich das erstmalig, und zwar auf "Sachbuchebene" und dann in Diagnose- und Therapien.

    Was ich damit zum Ausdruck bringen möchte: Die Methodik durch Organisation nahm dem ganzen eine übliche Komplexität, sodass ich mir keinerlei Gedanken machen musste, Mustererkennung und Mustermethodik blieben auch aus. Zudem konnte ich auf die Entfernung die "Aufkleber" nicht erkennen, sodass eine Erst-Kontaktaufnahme bspw. per Blickkontakt ausblieb! Dickes Plus....

    Ich habe die Information durch Aspies e.V. erhalten, wenn ich das richtig verstanden habe, organisieren sich die Organisatorinnen selbstständig und bieten den Selbsthilfespaziergang "breit gestreut" an.

    Was motiviert dich bei dem, was du tust? (Steffen Albers)

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