ASS in der Erwachsenenpsychiatrie (Artikel)

  • Ich habe einen interessanten Artikel erhalten. Er bezieht sich zwar auf die Schweiz, aber das ist in Deutschland wohl ähnlich.
    Mir gefällt der Fokus darauf, dass die Diagnose nicht bedeutet, dass es keine bessernde Veränderung gibt.
    Interessant finde ich die Andeutung am Ende, dass von einigen Experten das "Ende des Spektrums" gewünscht wird.
    Was ich nicht wusste, dass diese ganzen Tests nicht für Erwachsene überarbeitet wurden.

    Im Notforum haben andere bereits ihre Gedanken zu diesem Artikel geschrieben.


    "Autismus ist nach früherem Nischendasein als virulentes Thema in der Erwachsenenpsychiatrie angekommen und führt heute, nach Aufmerksamkeitsstörungen (ADHS), die Liste gängiger Selbstdiagnosen an. Die neuesten Entwicklungen führen zu einer besorgniserregenden Überlastung des Versorgungssystems mit monatelangen Wartelisten für Abklärungsund Behandlungsplätze.

    Zur besonderen Lage tragen diverse Gründe bei: Der konzeptuelle Wandel; Besonderheiten einer Entwicklungsstörung im Kontext eines Klassifikationssystems, das Diagnosen primär querschnittlich und unabhängig einer angenommenen Ätiologie betrachtet; problematische Annahmen unter Fachleuten wie Laien; gesellschaftliche Entwicklungen.

    Auch wenn wir den Blick spezifisch auf Autismus richten, so lassen sich viele der folgenden Beobachtungen und Überlegungen auch auf das Thema ADHS übertragen. Mit Fokus auf die Situation in der Erwachsenenpsychiatrie der Deutschschweiz zeigt dieser Artikel Zusammenhänge und problematische Folgen auf und offeriert Anregungen zur Lösung der aktuellen Herausforderungen."

  • Ich habe mir den Artikel durchgelesen und fand ihn wirklich interessant.

    Ich finde es schade, dass sich viele Therapeuten die Diagnosestellung von AS im Erwachsenenalter nicht zutrauen. Bei mir war es ähnlich, obwohl meine Therapeutin sogar einen diagnostischen Schwerpunkt hat und mich klinisch wahrscheinlich besser einschätzen konnte als jede andere Person. Sie meinte damals zu mir, sie sei sich bezüglich AS ziemlich sicher, ich solle aber trotzdem in eine Klinik gehen, obwohl die Diagnostik dort letztendlich auch nur 1 bis 2 Stunden dauerte.

    Unabhängig davon hatte ich nach zwei Terminen bei einem neuen Psychiater plötzlich die AS Diagnose auf der Rechnung stehen, ohne Vorwarnung. So schnell kann es dann wiederum gehen …

    Gut finde ich das nicht, aber daran sieht man die Diskrepanz ganz gut. Viele Therapeuten trauen sich meiner Meinung nach zu wenig zu, während manche Psychiater schon nach wenigen Minuten Diagnosen stellen.

    Ich denke, das System könnte deutlich entlastet werden, wenn die Diagnose häufiger von den Therapeuten gestellt würde, bei denen man ohnehin bereits länger in Behandlung ist, so wie es auch im Artikel vorgeschlagen wird. Ich glaube sogar, dass dadurch die Wahrscheinlichkeit höher wäre, „richtig“ diagnostiziert zu werden, weil diese Personen einen langfristig kennen und Entwicklungen besser einschätzen können.

    Außerdem finde ich den Ansatz interessant, einen anderen Begriff für „Persönlichkeitsstörung“ zu suchen. Letztendlich sind viele Veränderungen der Persönlichkeit, die später als „Störung“ bezeichnet werden, oft auch Schutzmechanismen auf möglicherweise traumatisch erlebte Ereignisse. Der Begriff wirkt deshalb schnell entwertend. Wenn die eigene Persönlichkeit als „gestört“ bezeichnet wird, wie soll man sich dann noch positiv mit sich selbst identifizieren?

    An sich sollte man sowieso an sich arbeiten, unabhängig davon, ob AS, eine Persönlichkeitsstörung oder etwas anderes vorliegt.

    Der Artikel zeigt meiner Meinung nach aber auch sehr deutlich, wie komplex Erwachsenendiagnostik eigentlich ist und dass es weder einen wirklich „sicheren Ausschluss“ noch eine absolut „sichere Diagnosestellung“ gibt. Das Spektrum selbst ist ja relativ unscharf definiert. Wo genau die Grenze beginnt, hängt offenbar stark von der jeweiligen Diagnostikstelle, dem Diagnostiker und auch vom jeweiligen Verständnis von AS ab. Dazu kommen noch die neuen ICD 11 Kriterien, die das Spektrum zusätzlich erweitert beziehungsweise „schwammiger“ gemacht haben. Im Prinzip stellt sich da schon die Frage, ob man das überhaupt noch klar definieren kann, zumindest laut dem Artikel.

    Ich finde einige Vorschläge aus dem Artikel trotzdem gut, auch wenn sie irgendwo unbefriedigend bleiben, wenn man Dinge nicht eindeutig festlegen kann. Als jemand, der alles sehr genau verstehen möchte, empfinde ich Psychologie allgemein oft als eine eher ungenaue Wissenschaft. Dadurch bleibt immer eine gewisse Unsicherheit bestehen: Was, wenn die Probleme doch eine andere Ursache haben? Was, wenn einem dadurch die richtige Therapie verwehrt wird? Oder was, wenn man durch eine falsch positive AS Diagnose irgendwann in eine Art selbsterfüllende Prophezeiung gerät?

    Deshalb finde ich den Vorschlag, sich „einfach“ auf Symptome und Alltagsprobleme zu konzentrieren, etwas zu vereinfacht. Unterschiedliche Störungen können nach außen ähnlich aussehen, werden aber trotzdem unterschiedlich behandelt. Wenn jemand zum Beispiel Dinge vermeidet, macht man häufig Exposition. Bei tatsächlichem AS kann das aber unter Umständen wenig bringen oder sogar zusätzlich überfordern. Deshalb ist es meiner Meinung nach schon wichtig zu verstehen, woher Probleme kommen. Wenn man ständig über seine Grenzen gehen muss und dabei keine Fortschritte sieht, kann das genauso deprimierend sein wie das Gegenteil, also sich gar nichts mehr zuzutrauen, weil man glaubt, sowieso nichts verändern zu können. Wahrscheinlich braucht man da sowieso eine Balance, aber eine vernünftige Diagnostik kann helfen diese Balance zu finden.

    Als eigenen Vorschlag würde ich ergänzen, dass Diagnostik den Menschen zumindest das Gefühl geben sollte, ernst genommen und nicht einfach „abgefertigt“ worden zu sein. Ich weiß, dass bei ASS Diagnostik teilweise bewusst bestimmte Techniken eingesetzt werden, zum Beispiel Provokation oder Irritation, um gewisse Muster sichtbarer zu machen. Aber das bringt letztendlich auch nichts, wenn dabei übertrieben wird und sich die Person am Ende gar nicht gesehen fühlt und deshalb direkt zur nächsten Diagnostikstelle weiterzieht.

    Natürlich gibt es auch uneinsichtige Patienten, das ist klar. Trotzdem glaube ich, dass viele Menschen keine „Wunschdiagnose“ wollen, sondern einfach ehrlich verstehen möchten, was mit ihnen los ist. Und ich denke, das System wäre deutlich entlasteter, wenn manche Diagnostiker etwas empathischer und wertschätzender auftreten würden, ohne direkt komplett neuroaffirmativ zu werden. Wahrscheinlich braucht es einfach mehr die Mitte zwischen beidem. :)

    Ich hoffe jedenfalls, dass man ASS irgendwann mithilfe von Biomarkern objektiver nachweisen kann. Das würde vieles deutlich einfacher machen.

  • Ich habe ja schon im anderen Forum dazu geschrieben.


    Anfügen könnte ich noch dass ich es auch schade finde dass sich so wenige Fachkräfte für Erwachsene (ob Psychiater oder Psychologe) trauen, Autismus-Diagnosen zu stellen. Wenn 1% der Bevölkerung autistisch ist, ist die Störung so häufig wie Schizophrenie. Also nicht so extrem selten... (vorallem nicht in Psychiatrien). Das kann doch nie im Leben nur von Spezialambulanzen gestemmt werden.

  • Die AS-Diagnosestellung erfolgt ja ohnehin primär verhaltensbasiert. Gerade im Rahmen einer längeren Therapie lässt sich so etwas oft viel besser einschätzen als in einem kurzen Diagnoseverfahren bei Ärzten, die einen kaum kennen und gleichzeitig unter Zeitdruck arbeiten müssen.

    Soweit ich weiß, wird im Psychologiestudium aber insgesamt noch relativ wenig über ASS und ADHS vermittelt. Das Thema wird vermutlich oft nur recht oberflächlich behandelt. Ich finde deshalb, dass daran gearbeitet werden sollte, ASS und ADHS stärker ins reguläre Studium und die therapeutische Ausbildung zu integrieren. Vielleicht würden sich dann auch mehr Therapeuten zutrauen, Diagnosen zu stellen.

  • Ja, ich fände es auch wichtig, dass ADHS und ASS oder von mir aus auch wieder die alte 3er- Einteilung im Studium mehr vermittelt wird.

    Ein Neurologe sagte zu mir einmal, Asperger sei eine Kinderkrankheit. Ein Kardiologie meinte in seinen Bericht für den Hausarzt unter anderem die Diagnosen ADHS und Asperger und in Klammern dahinter "aber keine besondere mathematische Begabung" angeben zu müssen. OK, das waren Ärzte sehr älteren Semesters.

    Ein ehemaliger Psychiater meinte, als ich die Diagnostikergebnisse bekommen hatte, dass er sich mit den Dingen nicht auskenne. Eine bestimmte Gemeinschaftspraxis kenne sich zumindest mit ADHS besser aus. In dieser Praxis bin ich nun.

    Aber mei, es gibt halt leider allgemein zu viele Menschen mit Problemen auf der Welt. Ärzte und sonstige Hilfen in ausreichender Menge wird es wohl nie geben.

    OT: Aber vielleicht schafft es jemand mit der KI mal was zu bauen, was für arme und kranke Menschen wirklich hilfreich ist. Mir ist da noch ein Kommentar von "Orgelspieler" sinngemäß im Gedächtnis, dass KI nur etwas für reiche, nichts für arme Menschen sei. Dem wollte ich erst widersprechen (oder hab ich's vielleicht sogar getan). Aber mittlerweile muss ich traurigerweise sagen, dass er echt haben könnte.

  • Ich finde, der von Maus verlinkte Artikel ist absolut diskussionswürdig und deshalb kopiere ich nochmal hier rein, mit kleinen Ergänzungen, was ich vor Tagen schon gepostet habe, was aber irgendwie im Papierkorb landete:

    Autismusdiagnosen bzw. der Wunsch nach solchen werden zwar u.a. im "Zeitgeist der Neurodiversität" gesehen und rücken somit in die Nähe einer Modediagnose, sind allerdings auch im Rahmen einer "Freiheit zur individuellen Bedürfniserfüllung" zu betrachten (vereinfacht: Der Einzelne lässt sich nicht mehr vorschreiben, wie er sich definiert), die "individuelle Referenz- und Wertesysteme" schafft. Eine Vielzahl psychischer Schwierigkeiten, die als autismustypisch gelten, könnten, so die Verfasser*innen, durchaus postnatal auftreten. Sie seien damit gut behandelbar, veränderbar (wie ein nicht unerheblicher Teil der angeborenen übrigens auch) und könnten psychotherapeutisch gut behandelt werden, auch ohne dass der/die Therapeut*in über eine Spezialisierung auf ASS verfügt. So könnte lange Wartelisten bei Psychotherapiepraxen verkürzt werden. Parallel dazu wird auch die Fixierung auf Goldstandard-Diagosestellen kritisch gesehen.

    Das ist mutig, aber die Verfasser*innen gehen noch weiter: Nicht die Diagnose sollte am Beginn einer Therapie stehen, sondern konkrete Schwierigkeiten, an denen gearbeitet wird; aus deren Summe könne sich im Lauf einer längeren Therapie dann die Diagnose ergeben. Schließlich macht der Artikel auch Autismus-Betroffenen Mut: Ihr großes Entwicklungspotential bei "sozioemotionalen Reifestörungen" (wir kennen das als Störung von Kommunikation und Interaktion) wird mehrfach betont, aber ebenso werden "Menschen mit einer angeborenen Informationsverarbeitungsstörung" (die Reizfilterschwäche) als entwicklungsfähig bezeichnet.

    Shenya hat sich ja schon ausführlich im Notforum geäußert; vielleicht lässt sich die Diskussion hier wieder aufgreifen. Lesenswert ist der Artikel allemal.

  • Das ist mutig, aber die Verfasser*innen gehen noch weiter: Nicht die Diagnose sollte am Beginn einer Therapie stehen, sondern konkrete Schwierigkeiten, an denen gearbeitet wird; aus deren Summe könne sich im Lauf einer längeren Therapie dann die Diagnose ergeben.

    Ich erinnere mich an diesen Artikel und an den Thread im alten Forum. Ich stimme dem Artikel und den darin gemachten Aussagen nicht zu, weil aus meiner Sicht Ausagen getätigt werden, welche für mich einer sehr klaren Definition und Einordnung bedürfen. Ich störe mich sozusagen an der fehlenden Präzision. Diese kann zu falschen Annahmen und falschen Diskussionsgrundlagen führen.

    Ein Punkt der mir negativ in Erinnerung blieb, war die gedachte Aufteilung nach früh und spät diagnostizierten Autisten. Das entsprach mir zu sehr einem Schubladendenken.

    Und das obige Zitat finde ich auch problematisch. Führt dieses doch im Zweifel dazu, dass sich an Schwierigkeiten abgearbeitet wird, welche einer ganz anderen Lebenrealität und Herangehensweise entspringen und wenig zielführend sind.

    Edited once, last by Bluedot (May 31, 2026 at 8:50 PM).

  • Und die obige Zitat finde ich auch problematisch. Führt diese doch im Zweifel dazu, dass sich an Schwierigkeiten abgearbeitet wird, welche einer ganz anderen Lebenrealität und Herangehensweise entspringen und wenig zielführend sind.

    Ist es nicht genau das was damit verhindert wird?

    So wie ich es verstanden habe, geht es vor allem darum, Diagnosen nicht vorschnell zu vergeben, sondern sie im Verlauf der Therapie immer wieder zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Persönlich halte ich das für sinnvoller, weil es mehr Flexibilität ermöglicht.

    Wenn man direkt zu Beginn in eine bestimmte „Schublade“ gesteckt wird, ist die Gefahr doch viel größer, dass man sich diagnostisch verrennt und alternative Erklärungen gar nicht mehr ausreichend berücksichtigt werden.

    Meine Therapeutin hat ihre Hypothesen im Laufe der Zeit mehrfach geändert und wieder verworfen. Im Nachhinein bin ich darüber auch froh, sonst würde ich vermutlich immernoch Expositionstherapie machen, die mir nichts bringt.

    Nach einiger Zeit sollte die Diagnose dann schon auch wichtig sein, aber nicht direkt am Anfang.

  • So wie ich es verstanden habe, geht es vor allem darum, Diagnosen nicht vorschnell zu vergeben, sondern sie im Verlauf der Therapie immer wieder zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

    Mhh. Kann man auch so sehen. Stimmt. Aus meiner Erfahrung ist das doch die gelebte Praxis. Oder?

    Üblicherweise haben Betroffene doch einen sehr langen Weg hinter sich.

    Quote

    Wenn man direkt zu Beginn in eine bestimmte „Schublade“ gesteckt wird, ist die Gefahr doch viel größer, dass man sich diagnostisch verrennt und alternative Erklärungen gar nicht mehr ausreichend berücksichtigt werden.

    Es gibt sicher immer irgendwo ein Negativbeispiel, aber ich habe bisher noch nicht gehört, dass man ganz am Anfang mit einem solchen Erstverdacht bedacht wird. Ich habe da auch meinen eigenen Weg vor Augen. Das war ein langer Prozess.

  • Ich hatte das so verstanden: Es wurde als Problem genannt dass Patienten erst sicher sein wollen ob sie ASS haben bevor sie eine Therapie machen, weil sie davon ausgehen eine Therapie mit ASS würde sich fundamental unterschieden von Nicht-ASS. Und das würde eben nicht stimmen.


    Und da kann ich ihnen aus eigener Erfahrung auch recht geben. Ich hatte eine Therapie die einfach eine normale Therapie war, die Therapeutin hatte keine speziellen ASS-Kenntnisse. Sie hat sich nur eingelesen und sich ansonsten auf mich eingelassen. Und es ging auch nicht darum mich funktionsfähig zu machen und in die Gesellschaft einzunorden, sondern es ging viel darum wie ich meine Behinderung akzeptiere. (Ich glaube in dieser Therapie hat die Therapeutin auch viel gelernt).


    Üblicherweise haben Betroffene doch einen sehr langen Weg hinter sich.

    Ja aber der lange Weg kam nur zustande, weil ASS kaum bekannt war oder?

    Der Idealfall wäre ja, dass Therapeuten zumindest ASS auf dem Schirm haben. Das konnten sie früher ja nicht.

  • ondern konkrete Schwierigkeiten, an denen gearbeitet wird; aus deren Summe könne sich im Lauf einer längeren Therapie dann die Diagnose ergeben. Schließlich macht der Artikel auch Autismus-Betroffenen Mut: Ihr großes Entwicklungspotential bei "sozioemotionalen Reifestörungen" (wir kennen das als Störung von Kommunikation und Interaktion) wird mehrfach betont, aber ebenso werden "Menschen mit einer angeborenen Informationsverarbeitungsstörung" (die Reizfilterschwäche) als entwicklungsfähig bezeichnet.

    ABA für Fortgeschrittene?

    Es scheint so, zumindest in meiner Wahrnehmung, dass ASS seit 6 Jahren eine "Mode-Diagnose" ist. Denn immer wieder werden von "Fachleuten" solche Artikel veröffentlicht. Ich weiß immer noch nicht was an dieser Diagnose so reizvoll sein soll, habe mich aber nach 5 Jahren etwas besser damit arrangieren können. Ich wäre nicht traurig, wenn ich morgen NT sein könnte, dann wäre mein Leben ziemlich stressfrei. Dieses Ziel kann ich nicht, mit unendlich vielen Therapiestunden erreichen, wie es die Autoren suggerieren. Autismus-spezifische Bedürfnisse als Ausrede zu nutzen, um bei sich nichts zu ändern? Ich frage mich inwieweit dieser Artikel für Menschen im Spektrum hilfreich sein soll. Für mich nur ein weiterer Beleg dafür, dass es Menschen gibt, welche das Rad neu erfinden wollen (RW). Nichts wirklich substanzielles Neues. Alles schon mal in der einen oder anderen Form so gelesen.

  • Das ist mutig, aber die Verfasser*innen gehen noch weiter: Nicht die Diagnose sollte am Beginn einer Therapie stehen, sondern konkrete Schwierigkeiten, an denen gearbeitet wird; aus deren Summe könne sich im Lauf einer längeren Therapie dann die Diagnose ergeben.

    Ich zitiere mich selbst, aber ich schließe damit an die Äußerungen von Bluedot und SecretDream oben drüber an. Wenn jemand mit konkreten Schwierigkeiten eine Therapie beginnt, dann müssen vorhandene Schwierigkeiten diese Therapie ja erstmal rechtfertigen. Vorteil Nummer 1: Wenn ich erstmal eine Kurzzeittherapie von 5+10 Stunden absolvieren muss und dann vielleicht noch in eine Langzeittherapie gehe, dann ist der Vorwurf der Modediagnose, die nach zwei bis vier Terminen im Rahmen einer reinen Diagnostik vergeben wird, vom Tisch. Und Vorteil Nummer 2, wichtiger: Es wird von Anfang an konkreten Problemen gearbeitet. Klar, dazu gehört der Mut von Therapeut*innen, nicht mehr zu sagen: "Oh, ASS, damit keine ich mich nicht aus, ich kann Sie nicht nehmen", sondern auf ihre Ausbildung zu vertrauen und vielleicht mit sozialen Einschränkungen, die ihnen auch von Angststörungen her bekannt sein müssten, zu beginnen.

    Ich sage nicht, dass das die letzte Wahrheit ist. Ich kenne auch das Gegenargument, dass Ängste im sozialen Raum, wenn sie autismusbedingt sind, anders anzugehen sind, als wenn eine eine soziale Angststörung die Ursache ist. Aber ich finde es trotzdem interessant, einfach mal, ausgehend von der extrem steigenden Zahl an Menschen, die in unserem Gesundheitssystem wegen eines Autismusverdachts vorstellig werden, andere Wege zu gehen, wie ihnen unkomplizierter geholfen werden kann. Dies übrigens auch dadurch, dass man ihre Probleme ernst nimmt und ihnen nicht in einem Drittel der Fälle eine Diagnose zuteilt, sie ihnen in zwei Dritteln verweigert und beiden dann sagt: "Wie's jetzt weitergeht, mit oder ohne Diagnose, dafür sind wir nicht zuständig."

    Oder einfacher ausgedrückt: Mir gefällt halt immer, wenn jemand mal einen neuen Ansatz, ein Problem zu lösen, einbringt.

  • Es scheint so, zumindest in meiner Wahrnehmung, dass ASS seit 6 Jahren eine "Mode-Diagnose" ist.

    Seit 6 Jahren? Nee. Der erste mir bekannte Artikel war der von Prof. Dose und der ist von 2009 (!)

    "Vorschnelle Selbstdiagnose Asperger-Syndrom"

    http://www.root.webdestination.de/kunden/01exter…oad/32_36_7.pdf

    Ich frage mich inwieweit dieser Artikel für Menschen im Spektrum hilfreich sein soll.

    In meinem Verständnis ging es in dem Artikel gar nicht darum hilfreich nur für Leute im Spektrum zu sein; sondern er behandelt die Tatsache dass eine nicht mehr bewältigbare Zahl von Menschen von sich denkt sie hätten AS (und eine Diagnostik wünschen; die Gründe dafür und mögliche Lösungen.

  • In meinem Verständnis ging es in dem Artikel gar nicht darum hilfreich nur für Leute im Spektrum zu sein; sondern er behandelt die Tatsache dass eine nicht mehr bewältigbare Zahl von Menschen von sich denkt sie hätten AS (und eine Diagnostik wünschen; die Gründe dafür und mögliche Lösungen.


    Ich schätze es als Artikel für Fachleute ein. Anfügen möchte ich, dass zwei der Autoren, Helene Haker und Matthias Huber, selber therapeutisch tätige Autisten sind.

    Ich versteh es so, dass sich der Teil, man solle doch bei dem Therapeuten bleiben, der einen schon kennt, auf unten stehenden Abschnitt bezieht, und besonders darauf, dass man Lösungen nicht von anderen Autisten einfach übernehmen kann, sondern sowieso individuelle Bewältigungsstrategien suchen muss. Ich versteh es auch so, dass sich der Therapeut für diese Strategien an der autistischen Wahrnehmung orientieren soll, sonst ist es ja aneinander vorbei geredet.

    Der Punkt den ich ein wenig schwierig finde, ist, dass mir ohne "Community" vieles gar nicht bewusst geworden wäre. So wie ich all die Jahre dachte, die anderen sind doch wie ich und tun einfach ein wenig schwierig. Ich habe erst durch die Community begriffen, dass dem nicht so ist. Es ist ein harter Schritt zu verstehen, dass die meisten Menschen andere Voraussetzungen haben als ich.

    Es muss sich ja auch nicht jeder angesprochen fühlen, sie scheinen viele Menschen zu treffen, die sich so verhalten. Persönlich fühle ich mich nicht angesprochen, wenn es um Schonhaltung geht, ich habe viel Neues ausprobiert in letzter Zeit, und mir hat dabei der Gedanke an die Unterschiedlichkeit einfach geholfen, mit missverständlichen Situationen ruhiger umzugehen.

    Ich würde mir wünschen, dass konkreter beschrieben wird, was an autistischen Symptomen in den Augen der Autoren veränderlich ist, und auf welche Weise. So klingt es für mich wie ein etwas schwammiges Versprechen.


    "Problematisch wird das Identitätsangebot, wenn es auf die verbreitete Annahme I trifft, autistische Symptome seien unveränderlich. Häufig sind Hilfesuchende, die eine Erklärung für Schwierigkeiten suchen, erschöpft von ihren Anpassungsversuchen. So sind sie empfänglich für ein sozialmediales Milieu, in dem Sensitivität kultiviert wird und Methoden der Schonung und des Rückzugs stärker diskutiert werden als Geschichten, in denen gewagte Entwicklungsschritte zelebriert werden. Die Annahme der Unveränderbarkeit einer ASS wird unzutreffend auf ihre Auswirkungen generalisiert und führt zu einer Übergewichtung des Konzepts Entlastung als einzige sinnvolle Reaktion (Problem 1).

    Wir beobachten regelmässig, dass sowohl Betroffene als auch Fachpersonen das Entwicklungspotenzial von Menschen mit ASS unterschätzen. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung in der Begleitung Betroffener teilen wir diese Annahme I nicht und halten sie für problematisch. Die Tatsache, dass es sich bei ASS um eine angeborene Störung handelt, scheint die Illusion zu nähren, die Diagnose entlaste einen vom Suchen nach neuen, eigenen Bewältigungsstrategien, und dazu einzuladen, ein Problem der Lebensbewältigung auf sie zu externalisieren (Problem 2). Beide ungünstigen Perspektiven mögen die Diagnose ASS für Menschen in Überforderungssituationen erstrebenswert erscheinen lassen."

  • Ich versuche mal, meinen Beitrag aus dem Notforum hierhin zu kopieren:

    Den folgenden Teil finde ich sehr problematisch:

    Quote

    Eine klinisch-praktische Folge dieser Lockerung [der Diagnosekriterien] ist, dass die Kriterien, in der isolierten Betrachtung – d. h. ohne das Konzept der angenommenen genetischen Ursache und einen entsprechenden Pathomechanismus (s. o.) präsent zu haben – höchst unspezifisch geworden sind: Sie beschreiben unreife Entwicklungszustände, die unterschiedliche Ursachen haben können. Reifung im Rahmen der sozio-emotionalen Entwicklung führt zu einer Zunahme der Anpassungsfähigkeit an einen wachsenden Raum einer dynamischen Umgebung. Aufgrund der Vielzahl an Ursachen, die die Entwicklung nach der Geburt ungünstig beeinflussen können, ist anzunehmen, dass die Gründe für eine beeinträchtigte Anpassungsfähigkeit in einem Grossteil der Fälle nicht primär angeborene Besonderheiten der kognitiven Informationsintegration sind, sondern postnatale Lebensumstände jeglicher Art in der Summe die Entwicklung beeinträchtigt haben. Das Resultat mag gemäss heutiger ASS-Kriterien zwar autistisch anmuten, jedoch ohne dem Konzept der angeborenen Störung entsprechen zu müssen. Auch Ssucharewa (1926) erwähnte bereits «exogene Momente» als Ursache eines ähnlichen Symptomkomplexes. Wir bezeichnen diese Zustände als sekundäre Formen von Autismus, ähnlich dem Konzept des psychogenen Autismus in den frühen 1990er Jahren (z. B. Tustin, 1991).


    Auf gar keinen Fall sollte man das als sekundären Autismus bezeichnen, denn das fördert ja die fehlende Abgrenzung noch weiter. Da muss man einen anderen Begriff finden.

    Interessant finde ich die Kritik an den spezialisierten Diagnostikeinrichtungen, in der Hinsicht, dass laut dem Artikel eventuell diese spezialisierten Stellen gar keine gute Differenzialdiagnostik mehr machen können, weil sie nur auf Autismus fixiert sind und ihnen zu anderen Störungen die Erfahrung fehle. Bzgl. der Autismusambulanzen würde ich das nicht so sehen, denn die dortigen Ärzte arbeiten ja auch noch in der Allgemeinpsychiatrie mit und nicht nur in der Autismusambulanz. Bei den niedergelassenen Praxen, die sich auf ASS und ADHS spezialisieren sieht das anders aus. Dort könnte ich mir gut vorstellen, dass zu viele falsch-positive Autismus- und ADHS-Diagnosen gestellt werden. Richtig ist, dass sich eigentlich jeder einzelne niedergelassene Psychiater und Therapeut auch mit Autismus und ADHS auskennen sollte und in der Lage sein sollte, es zu erkennen und zu therapieren. Meine Psychiaterin ist in dem Punkt inzwischen recht weit. Anfangs hatte sie auch nicht viel Ahnung, geht aber jetzt immer wieder zu Fortbildungen.

    Positiv finde ich auch die Aussage, dass Persönlichkeitssstörungen anders beschrieben werden sollten, damit ihre Akzeptanz steigt.

    Quote

    Wir stellen uns vor, dass neue Narrative für postnatal erworbene Entwicklungsstörungen (Beispiel einer Umformulierung des Begriffs Persönlichkeitsstörung) auch diese Störungskonzepte für Betroffene zugänglicher und als potenzielle Erklärung für eine schwierige Lebenssituation annehmbarer machen könnten (s. Problem 4). Heutige Konzepte der Bewusstseinsreifung (z. B. das Bayesian Brain- oder Predictive Coding-Framework) erlauben nicht nur neue theoretische Beschreibungen von Autismus, sondern auch die anderer struktureller Störungen (z. B. Herzog et al., 2022). Die Neukonzeptualisierung von Persönlichkeitsstörungen in der ICD-11 betont ihre Entwicklungsfähigkeit über die Zeit und strebt an, ihre Stigmata abzubauen (Tyrer, 2022). Es ist an uns Fachleuten, durch Vermittlung wertfreier Narrative zur Verbreitung neuer Sichtweisen beizutragen. Auch das kann indirekt den Hyperfokus auf die Diagnose ASS bei Hilfesuchenden auflösen.


    Ich denke, es sollte sich wirklich relativ schnell etwas ändern, damit alle Menschen mit Abklärungsbedarf die Hilfe bekommen, die sie brauchen. In mancher Hinsicht müsste aber auch die Resilienz gestärkt werden, damit nicht jeder, der hier und da kleine Besonderheiten hat, gleich meint, dafür eine Therapie zu brauchen. Wo und wie das beginnen kann, ist mir nicht klar. Im Prinzip wohl an den Schulen irgendwie. So viele scheinen sich wegen kleiner Abweichungen schon ausgegrenzt zu fühlen und suchen Konzepte, mit denen sie sich irgendwo einordnen können in eine Gruppe, die zwar abweicht, aber trotzdem okay ist, oder sogar irgendwie cool ist. Manchmal wirkt das ja schon spielerisch, wenn man das Kokettieren mit Diagnosen in sozialen Medien anschaut.

    Leiste keinen vorauseilenden Gehorsam.
    (Timothy Snyders „Über Tyrannei – Zwanzig Lektionen für den Widerstand“)

  • Auf gar keinen Fall sollte man das als sekundären Autismus bezeichnen, denn das fördert ja die fehlende Abgrenzung noch weiter. Da muss man einen anderen Begriff finden.


    In der Regel ist die Behandlung bei einer sekundären Krankheit anders, als bei einer primären Krankheit. Wenn ich die Definition lese, kommt es mir passend vor: https://de.wikipedia.org/wiki/Sekund%C3%A4re_Krankheit


    Ich denke, es sollte sich wirklich relativ schnell etwas ändern, damit alle Menschen mit Abklärungsbedarf die Hilfe bekommen, die sie brauchen. In mancher Hinsicht müsste aber auch die Resilienz gestärkt werden, damit nicht jeder, der hier und da kleine Besonderheiten hat, gleich meint, dafür eine Therapie zu brauchen. Wo und wie das beginnen kann, ist mir nicht klar. Im Prinzip wohl an den Schulen irgendwie. So viele scheinen sich wegen kleiner Abweichungen schon ausgegrenzt zu fühlen und suchen Konzepte, mit denen sie sich irgendwo einordnen können in eine Gruppe, die zwar abweicht, aber trotzdem okay ist, oder sogar irgendwie cool ist. Manchmal wirkt das ja schon spielerisch, wenn man das Kokettieren mit Diagnosen in sozialen Medien anschaut.


    Es braucht halt auch sinnvolle Anti-Mobbing-Strategien. Denn es wird auch schnell ausgegrenzt, das ist nicht nur ein Gefühl.

  • In der Regel ist die Behandlung bei einer sekundären Krankheit anders, als bei einer primären Krankheit. Wenn ich die Definition lese, kommt es mir passend vor:

    Der Begriff sekundärer Autismus wurde bisher verwendet für genetische Defekte, in deren Begleitung auch Autismus vorkam, wo der Autismus aber nicht das Hauptsymptom war. Es zusätzlich auch für nach der Geburt erworbene Verhaltensprobleme anzuwenden, ist falsch. Dafür gibt es nämlich auch bereits andere Begriffe. Das ist eine völlig unnötige und künstlich geschaffene Verbindung zu Autismus, wo keine ist.

    Leiste keinen vorauseilenden Gehorsam.
    (Timothy Snyders „Über Tyrannei – Zwanzig Lektionen für den Widerstand“)

  • Wie soll man überhaupt sicher feststellen, ob ASS primär oder sekundär entstanden ist? Die frühen Formen lassen sich zwar schon im Alter von etwa zwei Jahren diagnostizieren, aber selbst dann hat man keinen eindeutigen Beweis dafür, dass die Ursachen ausschließlich angeboren sind.

    Soziale Fähigkeiten kann man schließlich erst beurteilen, wenn sie sich entwickeln – oder eben nicht. Nicht umsonst spricht man von einer Entwicklungsstörung.

  • In mancher Hinsicht müsste aber auch die Resilienz gestärkt werden, damit nicht jeder, der hier und da kleine Besonderheiten hat, gleich meint, dafür eine Therapie zu brauchen.

    Bei der Stelle bin ich unentlossen. Ich verstehe deinen Grundgedanken, habe aber Bedenken anzumelden.

    Wenn ich als Person meine Resilienz stärken soll, sagt das aus, dass ich mich ändern muss. Das könnte man direkt übersetzen in "Du bist das Problem." Der Gedanke gefällt mir nicht. Möglicherweise muten wir den Menschen in einer globalisierten, technologisierten und schnelllebigeren Welt zu viel zu. Vielleicht sollte man also lieber an den Ursachen und Gründen arbeiten.

  • Interessant finde ich die Kritik an den spezialisierten Diagnostikeinrichtungen, in der Hinsicht, dass laut dem Artikel eventuell diese spezialisierten Stellen gar keine gute Differenzialdiagnostik mehr machen können, weil sie nur auf Autismus fixiert sind und ihnen zu anderen Störungen die Erfahrung fehle. Bzgl. der Autismusambulanzen würde ich das nicht so sehen, denn die dortigen Ärzte arbeiten ja auch noch in der Allgemeinpsychiatrie mit und nicht nur in der Autismusambulanz.

    Das ist unterschiedlich bei den Ambulanzen. Manche Psychiater machen wirklich nur noch "ASS Ja oder Nein".

    Wie soll man überhaupt sicher feststellen, ob ASS primär oder sekundär entstanden ist? Die frühen Formen lassen sich zwar schon im Alter von etwa zwei Jahren diagnostizieren, aber selbst dann hat man keinen eindeutigen Beweis dafür, dass die Ursachen ausschließlich angeboren sind.

    Soziale Fähigkeiten kann man schließlich erst beurteilen, wenn sie sich entwickeln – oder eben nicht. Nicht umsonst spricht man von einer Entwicklungsstörung.

    Das denke ich auch.

    Möglicherweise muten wir den Menschen in einer globalisierten, technologisierten und schnelllebigeren Welt zu viel zu. Vielleicht sollte man also lieber an den Ursachen und Gründen arbeiten.

    Ich glaube daran liegts nicht. Das Leben in früheren Zeiten war doch viel schwerer bis hin zu "brutaler".


    Ich denke dass da eine Veränderung in der Erziehung hauptsächlich verantwotlich ist. Die Millenials und Generation X erziehen ihre Kinder anders; "Bedürfnisorientierte Erziehung" ist heute das ideal.

    Das bedeutet, die Kinder wachsen damit auf, sehr auf sich selbst zu achten. Das ist gut aber nicht nur gut, es hat auch gewisse Nebenwirkungen.


    Der Punkt den ich ein wenig schwierig finde, ist, dass mir ohne "Community" vieles gar nicht bewusst geworden wäre. So wie ich all die Jahre dachte, die anderen sind doch wie ich und tun einfach ein wenig schwierig. Ich habe erst durch die Community begriffen, dass dem nicht so ist. Es ist ein harter Schritt zu verstehen, dass die meisten Menschen andere Voraussetzungen haben als ich.

    Ja das ging mir auch so. Ich dachte immer, nonverbale Kommunikation ist nur so ein Überbleibsel aus der Ur-Zeit vor der Sprache; und dass Leute die sagen dass sie andere gut "lesen" können, bisschen spinnen und sich das einbilden.

    Nunja... tja.


    Aber ich kann dir auch sagen dass das am Anfang (Verdacht, Diagnose) ein präsentes Gefühl sein kann, später aber wieder verschwimmt. Leute, auch Neurotypische sind total unterschiedlich. Und Neurotypische gibts eigentlich nicht, jedes Gehirn ist einzigartig.

    Ich würde mir wünschen, dass konkreter beschrieben wird, was an autistischen Symptomen in den Augen der Autoren veränderlich ist, und auf welche Weise. So klingt es für mich wie ein etwas schwammiges Versprechen.

    Ich denke da an den User, der vor 10 Jahren so der klassische Aspie-Nerd war (für mich zumindest) und später entwickelte er ein großes Interesse an Mimik-Erkennung, sowohl wissenschaftlich-analytisch (Forschung) als auch praktisch im realen Umgang mit Menschen.

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